Schlagwort-Archiv: Dorf

Aussichten

SA 5.59
SU 21.05
3 Bft aus West

Der August ist da. Ersehnt und gefürchtet bringt er neben der Hitzewelle, die jeden Sommer wieder für Aufregung sorgt, heuer auch die Umzugsfeierlichkeiten der FrauFreitag ins Land.

Über Umzüge ist hinreichend geschrieben worden. Der geschätzte Kollege aus Köln, den ich letztes Jahr auf der Hallig kennenlernte, tat dies. Jetzt fährt er wieder hin, wird weit über alle Tellerränder schauen und tief durchatmen. Und ich ziehe derweil nach Rheinhessen. Und sehe die Tellerränder vor meinen Augen. Dazu gleich.

Hintergrund: um den Kindern123 wieder näher zu sein, verlässt FrauFreitag die Stadt mit ihren Verlockungen, Sushi-Bars und Hipstern und wendet sich erneut dörflichen Strukturen zu. Die Klinge ist immer zweischneidig. Die Entscheidung musste aber getroffen werden und zwar genau so.

Vordergrund: Am vergangenen Wochenende war Subbotnik* der Arbeiterklasse, in Persona FrauFreitag und HerrMontag. Kinder kamen gemäß des Jugenschutzgesetzes nur kurz zum Einsatz. Das Wochenende war heiß und sonnig, Deutschland grillte oder war in der Badeanstalt. Wir waren im Baumarkt (es gab noch Grills) und auf der Baustelle. Es galt, Tapete von Wänden zu bekommen. Dazu möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter äußern. 6 Stunden später, der Abend graute schon, waren die beiden unteren Räume tapetenfrei, wenngleich nicht wohnlicher. Und wir zufrieden.

Das echte Grauen begann am Sonntag, als wir versuchten, die Tapete, die es sich aber anders gedacht hatte, vom Gipskarton zu lösen. HerrMontag, der glücklicherweise alle Handwerkerinnungen in sich vereint, spuckte leise aber stetig berliner Gift und Galle.
Nach 4 erfolglosen Stunden warfen wir alle Handtücher in die rote und in die blaue Ecke und gingen statt dessen in die Eisdiele. FrauFreitag suchte und fand die polnische Notrufnummer in ihrer Handtasche und Herr J. versprach, am Montag zu kommen und mir seine Meinung zu sagen.

Und so geschah es auch.
Am Montag nach der Lohnarbeit also hinaus nach Dörfli. Zum Glück ist Schienenersatzverkehr, da weiß man gleich wieder, wie die Realitäten sind und versucht es gar nicht erst mit Idyllen. Im Bus, der ja viel kleiner ist als ein Regionalexpress, waren alle Leute da, dafür aber keine Klimaanlage. FrauFreitag steht und fächelt sich 45° warme Luft ins Gesicht. Nur nicht maulen. Es gab Zeiten in ihrem Leben, da fuhr sie breite sibirische Staubpisten entlang, seltsame Musik dudelte, der Bus hatte Gardinen und es waren Hühner und Fernseher anwesend. Da wird uns so ein Ausflug in die neue alte Heimat doch nicht grämen…und schon sind wir auch angekommen!

Ich betrete erstmals ganz allein mein zukünftiges Heim. Ein besonderer Moment, der Schlüssel dreht widerstandslos, Stille ist da und Tapetenkleisterbaustellenputzgeruch. Und eine kleine Freude ist in mir. Mein Abendessen habe ich in einer Tüte dabei. Im Zentralzimmer unten setze ich mich auf die dreckige Fensterbank, lasse die Hitze herein und schaue in die Zukunft. Ich betrachte das Licht, dessen Einfälle ich noch nicht kenne, ich höre die Kirchturmuhr genau nebenan, lerne die Aussicht aus dem Fenster kennen. Früher stand da ein wirklich altes Haus. Ich erinnere eine kleine schöne alte Treppe, auf der Kind1, damals noch allein und nicht numeriert, spielte. Aus Gründen, die ich nicht kenne, verschwand das Gebäude und es entstand ein hässliches neues. Was aber seinerzeit ok war, denn darin fand zumindest ein wirklich gutes italienisches Restaurante seinen Platz, und der Inhaber hatte das schönste Profil des Dorfes. Und schien immer ein bisschen zu leiden, dass er da war…Das ist aber auch schon lange her.
Und dann war plötzlich Leerstand angesagt.  Dauernde Einsamkeit aber schadet Häusern wie Menschen. Und jetzt sieht das alles noch viel weniger schön aus. Ich schaue mir mein Gegenüber also an,  in der Toreinfahrt hängt eine Schaukel bewegungslos in der Hitze. Am Wochenende hat ein Papa da sein Kind geschaukelt. Jetzt steht im Gegenlicht ein Mädchen, verloren, gelangweilt, ein Fotomotiv. In sehr wenigen Räumen scheinen dort drüben sehr viele Menschen zu leben. Sie haben verschiedenen Sprachen und verschiedene Farben. Die Männer hocken in der Hocke vorm Haus und rauchen. Die Frauen haben wenig an. Es ist ja auch heiß.
Ich sitze bei meinem ersten Abendessen und schaue raus. Fühle mich ein. Kind3 kommt probehalber vorbei und isst mit, wir lehnen uns aus dem Fenster, stützen die Ellenbogen draußen auf, warten in der Hitze des Abends. Ich werde ein kleines Kissen kaufen. So saß ich früher in der Neustadt, mit meiner Mutter und schaute unsre Straße rauf und runter und war sehr zu Hause. Aber damals gabs auch erst drei Programme…

Mein Nachbar (diesseits der Demarkationslinie, die die Straße offenbar bildet ) spricht mich an: ich solle doch bitte das Tor immer geschlossen halten. „Auf der anderen Seite“ wohnen Leute, die man nicht unbedingt im Hof haben wolle. Auf meine Frage, ob diese denn ungefragt herein kämen, antwortet er, das wisse man nie und schaut mich beim Sprechen nicht an.
Spontan frage ich mich, ob ich ihn eigentlich gerne im Hof treffen möchte, aber da kommt schon Herr J. aus Polen, bzw. „von der anderen Seite“ -also aus Hessen- und sagt mir seine Meinung in Zahlen und ich schlage freudig ein und kann mir keine Gedanken mehr machen. Denn ab morgen rollt die gesamte Arbeiterklasse durchs Haus und hat meine vollste Solidarität. Über Schutzwälle, und wo ich diese gegen wen errichten werde, denke ich zu gegebener Zeit nach. Wenn ich alle zum Sekt einlade. Auch die von gegenüber, wie man ja auch zur anderen Seite sagen kann.

* Subbotnik von russisch суббота [subbota] ‚Sonnabend‘ ist ein in der Sowetunion entstandener Begriff für einen unbezahlten Arbeitseinsatz am Sonnabend.

Der Hühnermann

SA 7.20
SU 19.14
2 Bft aus West

Gestern war FrauFreitag nochmal auf Reisen. Diesmal aber gemäßigt, es ging nur nach Bonn-Beuel. Dabei ging allerhand schief, der Scheinwerfer stand genau auf mich ausgerichtet und ich hab mich aufgeregt, am meisten aber darüber. Also über mich selbst und dass ich mich ärgere, denn das wollte ich mir abgewöhnen. Und schon gar nicht will ich als bekennende Zugfahrerin ins allgemeine Bahn-Bashing mit einstimmen. Nein, alles war gut. Nicht ganz einfach, aber gut. Dann fuhr man mit der Straßenbahn über den Rhein, der bei Bonn ganz schön breit ist. Drüben ist kein anderes Bundesland. Ich finde das immer komisch, halte immer schon kurz vor Brückenmitte ein Ausweispapier in der Hand-ganz unnötig. Dann rattert die Bahn nach Beuel, das ist gestern in Legoland umbenannt worden. Denn genau so siehts da aus. Lieblich und man kann noch sehr schön draußen sitzen in Eiscafes und es gibt einen Optiker, der meine Sonnenbrille kostenlos repariert, eine Post ohne lange Warteschlangen, was den Kölner Kollegen dazu bewegt, nun immer nach Beuel zu fahren, wenn er Briefzubehör braucht. Außerdem ein Besengeschäft, in dem der andere Kollege einen Handfeger erstehen möchte, dann aber nicht dazu kommt und wo ich lerne, dass „Pümpel“ (Abflussverstopfungsbeseitigerzubehör) im Rheinland „Pömpel“ heißt. Die Beueler ü-ö-Linie, jedem Dialektologen hinlänglich bekannt. Arbeitsgespräche gibts auch in Beuel aber dazu keine Kekse. Ich fands trotzdem sehr schön und komm gern mal wieder.

Im Zug zurück untergegangen. Geschichte dazu: Vor Jahren hab ich „Vom Wasser“ von John (sprich deutsch: io:n) von Düffel gelesen. Hat mir gut gefallen damals. Beim Aufräumen der Bibliothek und sichten der Bestände festgestellt: weg. Wie so viele. Leihkartensystem?? Nein. Fare well. Den von Düffel aber hatte ich im Kopf für eine Wasserfreundin. Drum hab ich ihn auf dem Gebrauchtbüchermarkt gesucht, gefunden, bezahlt und bekommen. Der Postbote hat ihn in meinen Briefkasten geworfen. Der Briefkasten stand aufgrund langanhaltender Regenfälle unter Wasser, was man aber von außen nicht sieht. Also landete „vom Wasser“ im Wasser, was ich schon witzig fand. Auf der Heizung getrocknet. Wasserschaden, deutlich sichtbar. Mit auf die Fahrt genommen. Dabei ist es untergestampft worden, also es steckten alle möglichen Utensilien zwischen den Seiten. Diese verknittert. Normalerweise kann ich ganz gut mit Büchern. Naja. Ich hab dann beschlossen, das Abenteuer-Exemplar zu behalten und für L. ein neues zu kaufen. Am Rhein langfahrend angefangen zu lesen-> untergegangen. Ich möchte nicht mehr aufhören. Sog ist das Wort.

Und heute, das wollte ich ja eigentlich erzählen, erhole ich mich von all der Ungemach und habe frei. Seit der Apfelkuchendebatte vor einigen Jahren ( War das Frau Köhler??) ist eben dieser für mich zum Inbegriff fürsorglicher Mütterlichkeit geworden und wann immer ich ein Gefühl des mütterlichen Ungenügens (…) habe, backe ich mal einen. Als Zeichen meiner Liebe und weils lecker ist. Und das mach ich heute. Aber Mehl war alle (hatte schon einige Pflaumenkuchen produziert…) und ich musste zum Supermarkt. Wenn man immer nur reist oder arbeitet, ist so ein Vormittag im örtlichen Einkaufsparadies schon ein Erlebnis. Meist treffe ich Leute, oft „Hausfrauen“ oder solche wie mich, kompensierende Mehrfachbelastete. Dann immer großes Hallo und wie gehts – Dorfidylle.
Heute treffe ich erst an der Kasse den Hühnermann.
Wer ist das? Einst, es mag so 13, 14 Jahre her sein, wohnte an der Schranke oben ein Mann mit seiner Frau und vielen Hühnern. Die pickten frei überall herum, belebten das Bild und waren ein Aufreger für die kleinen Kinder, die ich damals noch hatte. Der Weg zur KiTa führte da vorbei. Der Mann, türkischer Migrationshintergrund (das ist wichtig für seine Sprechweise), war immer irrsinnig nett, bald kannten wir uns, da wir mit Roller und Dreirad natürlich gern stehen blieben und sein Geflügel beobachteten. Es geschah aber, dass FrauFreitag nicht mehr an sich halten konnte und sich selbst 2 Laufenten, Olga und Aljoscha, genannt Erpel, anschaffte.

enten2

dies das einzige existierende Photozeugnis

FrauFreitag machte also in Laufenten, was ich nur empfehlen kann. Versüßt absolut jeden Tag. Olga legte fleißig Eier, die damals existierenden Kinder 1 und 2 suchten diese…der Mann aß sie. Irgendwann frug mich der Hühnermann, mit dem ich gern mal fachsimpelte, ob ich ihm ein paar Eier geben könne, er habe jetzt einen Brutautomaten…. Klar und von Herzen gern. „Und?“ war fürderhin  die Frage und irgendwann verließ ihn die Geduld (falsch!!) und er schaute in 2 Eier rein –zu früh!! Weh und ach, also ließ er die übrigen und als es schon keiner mehr glaubte, schlüpfte Emre. Er wuchs heran, einzige Ente unter Hühnern und wann immer wir vorbeikamen suchten wir ihn und bewunderten ihn – er war uns fast wie ein Sohn. Dann kam der Zug. Zu schnell für Emre. Und kurz daruf zog der Hühnermann um. Monate oder Jahre später traf ich ihn auf der Straße: ja, er habe wieder Geflügel, in einem Schrebergarten außerhalb. Ohne ging es nicht. Ich verstand ihn gut. Hatte selbst meine lieben Enten weggegeben, weil mittlerweile Kind3 durch den Garten krabbelte und die Entenhinterlassenschaften dazu schlecht passten. Seufz.
Dann, wieder Zeitchen später, traf ich ihn: alle Hühner futsch. Den Kopf schiefgelegt, die Hände mit Handflächen nach oben erhebend spach er weich und türkisch gefärbt: „s wade Fux.“
Er eröffnte eine Imbissbude. Pommes und Döner. „Emres Imbiss“. Manchmal bin ich hin. Das war der einzige Imbiss, wo man auch mal über den Sinn des Lebens oder den Vorteil von Laufenten gegenüber Barbarie-Enten diskutieren konnte. Aber dann starb seine Frau unter wirklich tragischen Umständen, der Imbiss schloss und der Hühnermann verschwand – in die Türkei, wie ich hörte. Zeit verstrich weiter, irgendwann war er wieder da, aber, wie man so sagt – und Sprache irrt selten – er war, was man einen gebrochenen Mann nennt. Kannte mich noch. Und ja, wieder Flatterzeugs im Schrebergarten…irgendwas müsse man ja…
Und heute, nach wirklich langer Zeit, treffe ich ihn an der Kasse. Spreche ihn an, Ehrensache, wie lange kennen wir uns!! Er erkennt mich, erzählt sofort los von seinen Tieren, aber er gefällt mir nicht…wirkt irgendwie ausgeknipst und die Augen, das kenn ich doch…. Er bezahlt: ich sehe seinen Einkauf: eine Tüte Schnittbrot und zwei Fläschen Jägermeister, die sofort in die Tasche seiner Jogginghose wandern.
Scheiße. Es ist erst 8.50 h.

Fragmente

SA 6.59
SU 19.45
2 Bft aus Nord
Fluglärm immer noch entnervend

Klare Gedanken vermag die gute FrauFreitag derzeit nicht  zu fassen. Und Geschichten verfangen sich keine in den ausgelegten Fallen, nur hier eine Spur und da ein paar Fussel. Die winzig kleinen Dinger, die manchmal in der Reuse sind, werfe ich direkt ins Wasser zurück.
Das gabs vor vielen Jahren schon mal, die Welt fragmentierte. „Der Körper in Stücken“ hieß die Ausstellung in Frankfurt, wo viel Rodin zu sehen war.
http://photos1.blogger.com/blogger/4986/984/1600/Rodin-The-Cathedral.jpg

Meine eigene große Überschrift derzeit war Rilke.
http://www.musee-rodin.fr/sites/musee/files/styles/mav_326x122_retina/public/vue_perso/rilke_et_rodin_ph16496.jpg?itok=qEfMHtxC-hier mit Rodin.
Komisch. Mit dem kann ich heute gar nicht mehr so gut. Andere werden vom langen Liegen nur besser, wir haben das unlängst beim Wa-ha-ndern besprochen. Frisch zum Beispiel. Dostojewski.
Also Fragmentarisches. Davon aber jede Menge.
Ist es vielleicht ein Puzzle? Aber so ohne Idee rumzupuzzlen ist auch nicht eben einfach. Viele Teilchen in sehr verschiedenen Farben, ich weiß gar nicht, wie daraus ein Ganzes entstehen soll. Werde wohl alles noch etwas drehen und wenden müssen und huch, während ich das mache, merke ich, dass (natürlich!) alles auch noch zwei Seiten hat. Das schafft zusätzliche Möglichkeiten. So schaffe ich immer mal 2, 3 Teilchen zusammenzufrikkeln, da wirft mir das Leben schon wieder 5 neue hin.

Am liebsten würde ich gerade mal anhalten. Müsste mal Meer sehen. In Berlin?
http://youtu.be/Cz2wI8g-fjA

Oder, eher klassisch – für manche auch unerträglich.
http://youtu.be/fztkUuunI7g

Am besten immer abwechselnd.

Eine unwichtige Nebensache möchte ich an dieser Stelle öffentlich machen und zur Diskussion stellen:
Aus Eitelkeit und zu statistischen Zwecken hab ich mir vor einigen Wochen ein Plugin geladen, und wenn mir jemand vor sagen wir 6 Monaten gesagt hätte, dass ich je einen solchen Satz schreiben würde, dann hätte ich verächtlich gelacht und ausgespien und gefragt „Wasollndassein?“.
Jetzt aber weiß ich das und lade das und es heißt NewStat, was ich sauwitzig finde, weil die neue Reihe ja auch NeuStadt heißt. Zurück zum Text. Damit spioniere ich meine Leser aus. Wann, wer, wo , was wie oft, wie lange. Interessant. Sagt mir einfach eure IP und ich sage euch…
Eine Adresse tut sich dabei besonders hervor. Schon schön, aber eines verwundert mich doch sehr. Ich kenne nämlich niemanden in den USA. Und da sitzt dieser Jemand. Erstaunlich. Und der liest auch nicht. Der öffnet immer nur für wenige Sekunden die Seite. Hm. Was meint ihr? Ob der von der MSÄ (Name geändert) ist? Aber- ich hab doch nur ganz selten über Bolschewismus, Terror, Antikapitalismus u.ä. geschrieben. Zu selten eigentlich. Und rufe nur ganz manchmal auf, Mitglied zu werden im Asozialen Netzwerk…

http://die-kaenguru-chroniken.wikia.com/wiki/Das_Asoziale_Netzwerk

Rätselhaft. Ich hoffe, jemand kann mir das erklären. It frightens me.

Sonst. Muskelkater zwischen den Schulterblättern. Schöne Spaziergänge und Fahrten in herbstlichen Farben.
Viel Verwirrendes. Hamburg. Eine Stadt, ein Seufzer. Küchentischgespräche an verschiedenen Orten. Kastanien in den Taschen, neu, glatt und kühl. Wieder mal Kerb in Sauheim.  Wie Wachstumsstriche an Türrahmen. Schlendere kurz mit den Kindern da lang…letztes Jahr…davor…vor fünf…zehn…fünfzehn…Jahren. Die Baby-Karussells immer noch gut besetzt, aber von andren. Halli Galli, das einzige, was sie heute fahren können, ohne das Gesicht zu verlieren. Autoscooter. Weinstände. Hier und da Hallo sagen. Das Dorf als Sehnsuchtsort, war letzte Woche taz-Thema. Also ich bin schon froh um mein duales Leben. Und wenn ich in der Stadt mal Trübsal blase, dann bitte immer an Dorffeste denken. Das ist schon-speziell. Was noch? Blumenzwiebeln gekauft und geschaut, ob mein liebster Wintermantel von Motten gegessen wurde (Slava bogu, nein!), Tasche für die nächste Reise vorbreitet, Pflaumenkuchen in großer Menge hergestellt und gemeinsam verzehrt. Jetzt kommt die Jugend der Welt zum Dorffest (Udenheim, Schornsheim, und aus dem hessischen Odenwald), dann ziehen alle in ihren peer-groups los, das Dorf verunsichern. Cool. Dann muss ich das wenigstens nicht selber machen…und kann laufen gehen…und weiter puzzlen…