Schlagwort-Archiv: Chaos

Sunrise

SA 7.48
SU 16.36
2 Bft aus Ost

Es ist viel zu viel los, die Welt unüberschaubar, also muss FrauFreitag  ab und an auch mal die Klappe halten und sich selbst zuhören. Oder der Musik, die ja zum Glück auch noch da ist. Und jede Menge davon! Schön, wenn man schon so gegen 5 wach ist und sich im Halbdämmer die Kopfhörer auf die Ohren setzt, die Welt draußen lässt und staunt mit geschlossenen Augen. Irgendwann muss man dann aber doch raus, nützt ja nichts, und siehe da, es wird schon hell und scheint sogar SONNIG zu werden.

Überqueren der Straße, die nach einem berühmten Sprachwissenschaftler benannt ist und die Grenze zwischen Privat- und Arbeitsleben markiert, eine Sichtachse geradewegs nach Osten. Immer gut zu wissen, wo Osten ist, denn dann fällt einem auch der ganze Rest wieder ein und das hilft enorm bei der Orientierung in Raum und Zeit.
FrauFreitag also über die Popstr. (Name geändert), schon beim links von links und rechts schauen steht ihr der Mund offen: Sichtachse Osten, zentral der Hohe Dom zu Mainz, weit über 1000 Jahre alt, dahinter der glutrot aufgehende Feuerball der Sonne, noch viel älter. Verweile doch, du bist so schön, denke ich, schau mir das Schauspiel an und bin froh, so früh in den Betrieb aufgebrochen zu sein. Sonnenaufgang. Phantastisch!

 

 

Was hilft

SA 7.36
SU 16.46
1-2 Bft aus Ost
(0 h Sonne)

Gegen alle Widerstände wieder in den Südwesten zurück. Betriebsstörungen, aber wenigstens gehts vorwärts….(und nicht vergessen).
Irgendwann dann Hier Hbf. Ich falle hinter meinem ungelenken Gepäck auf diesen Bahnsteig, fahre diese Rolltreppe hoch und wieder runter (dabei nehme ich doch IMMER die Treppe, aber eben der Schrankkoffer…), komme an auf diesem Bahnhofsvorplatz. Frage mich, was Fremde darüber denken müssen. Starke Schwierigkeiten, nicht umzudrehen, sonden durchs Genieselnebelnass in die NeuStadt zu schwanken. Heimkommen is irgendwie anders.

Dank der Pharmaindustrie gut geschlafen und was Schönes geträumt. Bis 5 h. So hat man was vom Tag und ich fang auch gleich an. Liste schreiben:

„Was hilft“ (Liste nicht komplett, in Überarbeitungsendlosschleife)

Telefonieren, wenn die Richtigen dran sind
Gute Leute in der roten Ecke
Mohnbrötchen mit Honig
Überbrückungskabel
Buchstabenspiele
Überraschungen
Wimperntusche
Morgengrüße
NeueMusik
Schreiben
AlteMusik
Bandagen
Safran
Mäntel
Kochen
Gehen
Lesen
Hund
Laub
Tee

 

Im Südwesten Gewitterneigung

SA 5.50
SU 21.15
2 Bft aus Nord

FrauFreitag ist wieder da. Ende mit Apfelduft. Jetzt wieder no Sex in the City.
Schön wars in Bullerbü. Die alten Platten aus den 50er Jahren haben wir in archäologischer Feinarbeit (und manchmal auch in grober Wut) vom Balkon abgeschlagen. Sind fast alle noch gut, kann man noch benutzen. Eier sind eingesammelt. Mehr Apfelmus gekocht. Das kranke Pferd verarztet. Hoffentlich wird alles wieder gut. So eine kaputte Hornhaut ist schon gruselig…
Nur die Straße vorm Haus müssen wir noch sprengen. Und die Puten aus der Mastanstalt nebenan befreien. Dann alles runterbrennen. Ich freu mich schon auf diesen Guerillaangriff. Ich kaufe mir einen Ninja-Anzug und los gehts! Dann ist das Idyll perfekt.

Heimfahrt ok. Highlight das dicke Kind mit Pferdeschwanz hinter mir. Ich dreh mich um, herauszufinden was da so stinkt und schmatzt: es isst eine Packung Billig-Putensalami direkt aus der Packung. Komplett. Leer. Und ganz ohne Brot. Wahrscheinlich Low-Carb-Diät. Ich weiß nicht, ob es hinterher die Finger am Sitzpolster abwischt, der Geruch bleibt jedenfalls dem Großraumwagen erhalten. Das ist die Strafe für schwachgewordene Vegetarierinnen. Vorhölle. Also Guerillaangriff. Auf die To-Do-Liste
In Mainz umfängt mich Schwüle wie Gemeinschaftsbadedunst in einer Jugendherberge. Röchel.
Manche Dinge werden mir von Tag zu Tag klarer. Ich muss hier über kurz oder lang weg. Oder konsequent in die Sommerfrische.
Kühlungsborn klingt schön. Hat jemand ein Haus da und möchte mich und meine Brut einladen? Oder hat jemand Bekannte? Ich sortiere auch gerne Bibliotheken dafür oder mähe den Rasen.

Mein Schwager hatte mich nach Plänen gefragt. Also:
1. raus aus dem Prekariat
2. raus hier

Das alles muss aber gut geplant und vorbereitet sein. Ich arbeite daran.

#Physiotherapie.
Heute ein Anderer. Ich bleibe kühl, kein Gefühl (außer natürlich der Schmerzen, die er mir bereitet). Und klar, ich mache brav meine Dehnübungen. Sowieso.
Nein Nein, es liegt schon an diesem einen Speziellen. Ich höre seinen Vornamen bei Gesprächen des Praxisteams. Aha, merken! Gemerkt! Noch eine Woche…
Plan: ich lass mir ein weiteres Rezept geben. Das macht der Arzt meines Vertrauens. Und es tut ja auch noch weh, Himmel nochmal. Das ist langwierig…
Muss Zeit gewinnen. Dann werde ich all die Vorschläge, die zahlreiche Leser_innen eingesandt haben, beherzigen.
Habt Geduld!
Wie
FrauFreitag

Preuszens Gloria oder Tonari no Totoro

Ein ehemaliger Mitbewohner antwortete auf meine Launen unlängst mit dem Rat, Tage zu zählen. Er schlug vor: Hochwassertage, Niedrigwassertage, Edelsteintage.

Letztere sind klar, bei den anderen weiß ich nicht so genau. Ist Hochwasser einfach nur schön? Oder steht einem da das Wasser bis zum Hals? Was ja nicht so gut ist, meines Erachtens. So fühl ich mich heute, immer noch wassertretend. Niedrigwasser? Keine Gefahr oder öde? Watt?

Es kommt immer auf die Perspektive an und ich finde, dass Sprache manchmal nicht konkret genug ist.
(Wenn ich mal kurz abschweifen darf: seit Jahrzehnten fehlen mir im Deutschen  „nachgeordnete Fälle“. Ich möchte  mal kurz und mit wenigen Worten erklären, was ich meine: „Ich sehe…“ ist noch einfach. Es folgt der Akkusativ, Wen-Fall. Wen sehe ich? Transitives Verb. „Ich sehe den Bruder…“ ok, korrekt. Aber jetzt kommts: „Ich sehe den Bruder meines Nachbarn, Totoro.“ Hier hätte ich gerne einen nachgeordneten Genitiv (wessen oder WEMSEIN-Fall, wie man hier in MZ fragt) Und zwar dem Akkusativ nachgeordnet. Ist noch irgendwer dabei? Beispiel war vielleicht nicht so toll. Wenn mir mal ein besseres einfällt, korrigiere ich an dieser Stelle.)

Also gut, ich zähle Tage, mache heimliche Strichlisten, korrigiere, radiere und habe dabei das komische Gefühl, dass meine Tage gezählt sein könnten. Mir fiel eben noch spontan die Kategorie „Beratertage“ ein, das war z.B. Dienstag. Die sind soweit ok. Stehen aber im Arbeitszusammenhang. Ferientage. Für meine Kinder ab heute 6 Wochen. Für mich am Montag. Früher hab ich mal von einen preußischen Ordnungstag gehört. Das ist, glaub ich, heute. Ich hab im Betrieb einen akuten Anfall mit Ordnern und Zetteln und To-Do (und v. A. Not-To-Do-) Listen bekommen. Lustig, wenn man es nicht gerade selbst erleben muss.

Wie komm ich eigentlich hierher? Ach ja, Aufräumanfall. Nächste Woche, so denke ich mal wieder, muss alles besser werden, anders, koordinierter, geordneter. Ich bin wohl ein bisschen zwanghaft heute.

Dabei wollte ich eigentlich eine Hommage schreiben an Vysotsky, der sich seit vorgestern wieder ungeniert in meinem Hirn ausbreitet und wie ich glaube ganz und gar nicht zwanghaft war – sonst wäre er vielleicht heute noch bei uns , über japanisches Anime-Kino (heut Abend ist der neue Miyazaki dran und ich freu mich schon)
4
(hier mein Nachbar ,Totoro)

oder über Kängurus. Es gibt wirklich viele interessante Themen auf dieser Welt. Aber ich muss jetzt noch ein wenig katalogisieren, sortieren, archivieren  (ich glaube, vor allem mal meinen eigenen Kopf) und nebenbei für mich klären, ob ich das Büro verlasse um am Anleger mein Glück zu suchen…etwas Besseres als den preußischen Ordnungstag finden wir überall…