Oder

SA 6.49
SU 20.09
2 Bft aus Nord

Das Oderbruch. *
Ferien. Kein Internet. Kein I-Phone 6.
FrauFreitag und HerrMontag fahren kurz vor Ostern mit dem WO-RT Auto aus der Hauptstadt Richtung NordOst. Ziel ist ein kleines Dorf im Epizentrum ehemaliger Deichaufregungen, darin wiederum ein verborgenes Häuslein. Meine neue Hallig.

Mein erstes Mal so weit im Osten der Republik. Ich hatte lange darauf gewartet. Jetzt schaue ich mehr oder weniger aus dem Fenster nach Polen. Viel Himmel über uns mit noch mehr Wolken, die teilweise dramatische Stücke inszenieren. Wir liegen  auf natürlich gegebenen Schilfmatten am Ufer und sonnen uns, gehen ein paar Meter weiter und werden mit Säcken voller Hagelkörner beworfen, und auch noch voll ins Gesicht. Kämpfen uns durch den Sturm über den Deich nach Hause durch, restlos ermattet, mir helfen die Bratkartoffeln, Herrn Montag nicht. FastVollmond über dem Wasser.

Am nächsten Tag  über die polnische Grenze hinweggesetzt und den sg. Polenmarkt besucht. Wildkapitalismus in Reinkultur, Bazar in alten Hallen/Gebäuden/Fabrikanlagen, stabil improvisierte Plastikabteilungen mit zum Teil unausdenklichen Angeboten. Joggingware beherrscht den Kleidermarkt, auch Jacken von Thor Steinar (sic?) im Sortiment – bestimmt hier die Nachfrage das Angebot? Sehr schöne Baumarktabteilungen in Bretterbuden, wir kaufen das Notwendigste ein. Vikovs Autoteilehandel mit angeschlossenem Sex-Shop, unvergessen. Blumen und Gartenkitsch neben verfallenden Fabrikgebäuden – was war hier vorher?
Mit vollem Tank und vollem Bauch (Kartoffelpuffer vs. Pirogi russkie) verlassen wir nach Stunden das Jahrmarktgelände und schauen uns das Oderufer von der östlichen Seite an, dabei immer ein Auge auf potentielle Hausverkäufe. Schön ist es hier, so schön, dass ich mich natürlich prompt verliebe in diese Landschaft unter dem großen OstHimmel.
Wolken werden über uns getrieben, als wir auf Dralon gebettet am Rande der Sümpfe lagern. Kein Laut, nur eine Krähe. Der Frühling ziert sich noch, unter dem Wind fühlt man ihn dennoch, egal wie er sich verstecken möchte.
Vor uns weite Schilfländer und dahinter der Fluss. Momente für die Lebensschatzkiste. Auf dem Parkplatz am Waldrand finden wir uns von Konsonanten umzingelt, Ls sind durchgestrichen und so verstehe ich leider die Naturerklärtafeln nicht so sehr gut.
Auf dem eher indirekten Weg zurück lernen wir Straßen der gänzlich anderen Art kennen, handgepflastert und voller tiefer Krater schraubt sich der Weg durch den Wald bergan, rechts Teiche mit Fischreihern, Bienenstöcke, offensichtlich von Bibern gefällte Bäume. Nach 6 (60?) km die Ortschaft, verfallene Kolchosanlage? Ehemalige Ställe? Selbst ich würde hier nicht bleiben wollen. Es gibt aber Menschen, Hunde auch, sie liegen an der Kette.
Kraniche balzen auf den großen Freiflächen.

Jetzt, schon nach Ostern und wieder zurück im Südwesten, wo der Frühling sich völlig unverstellt gibt und alle Menschen auf der Straße (vor mir) zu laufen scheinen, habe ich Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Himmel, der Stille, dem Haus, dem Garten, dem Nichts. Die Straße führt Richtung Osten. Oder?

*Etymologisches PS:
Zur Frage, die FrauFreitag tagelang zwanghaft begleitet hat:
„Wieso eigentlich Oderbruch?“ [und wieso eigentlich „das„?]
Wers also wissen will:
Kluge, Etymologisches WB, 22. Auflage, Berlin 1989, S. 108  gibt Aufschluss:

Bruch [2], m/n (aha, darum also DAS!!)
„Sumpfland“, mhd. bruoch, ahd. bruoh, vgl. auch *brak, für „Sumpf, stehendes Wasser“ (s. Brackwasser!, Anmerkung FF)
etc.etc…
häufig in Ortsnamen, s. auch Ndl. broek

Wunderbar. Wieder was gelernt.

Rocky FF

SA 6.21
SU 18.45
2Bft aus Süd

Man wird nicht jünger. Selbst als FrauFreitag nicht. Aber schlechter wird man nicht.
In den Unbilden oder Umbildungen der letzten Monate geschah es auch, dass der Boxsport stäflichst vernachlässigt wurde.  Dadurch wuchs das schlechte Gewissen jeden Dienstag und Donnerstag umgekehrt proportional zur Muskelmasse und Sportlichkeit. Staub sammelte sich auf schwarzen Lederhandschuhen und in den Falten um meine Mundwinkel.

Aber jetzt. Es ist ja Frühling und alles wird besser. Drum habe ich mir ein Herz gefasst und klopfte im Kraftladen an, der gleich neben meiner Arbeit liegt und immer zu ist. Ich fand den Namen gut und wollte da einkaufen gehen. Also erfuhr ich, dass auch dort einmal in der Woche die Fäuste fliegen. Und heute hab ich mein Rocky T-Shirt angezogen (immer passend gekleidet sein ist in jeder Situation wichtig) und traute mich hin. Es war natürlich wie Verrat an der Gruppe (Frau Fö., Du weißt, wovon ich rede…). Aber was soll ich machen. Wohnortwechsel erfordert eben besondere Maßnahmen.
Wie wars also?

Yeahyeahyeah! Da wird ganz entspannt trainiert. Und nur ganz wenige Leute – natürlich nur Jungs. Und die sind fast alle Anfänger. Also falle ich nicht unangenehm auf. Also fand ich jetzt. Keine vorzeitigen Zusammenbrüche, kein Gelächter, keine Animositäten. Sollte sich ein neuer Stall gefunden haben, meinem leicht kranken Hobby zu fröhnen? Fühlt sich so an.

Man kann da auch noch andere Sachen machen, die sich gefährlicher anhören. Wenn ichs schaffe, geh ich am Donnerstag noch zu den Cattle-Bells (Kettelbells). Klingt ein bisschen- hm. Aber ich kann ja nen Mundschutz anziehen. Dann kann nix passieren.

Sollte es mir gelingen, werde ich berichten, was es damit auf sich hat. Ich bin gespannt – und komplett endorphingetränkt.

gonna fly now…

Der März

Erich Kästner

Der März

Sonne lag krank im Bett.
Sitzt nun am Ofen.
Liest, was gewesen ist.
Liest Katastrophen.

Springflut und Havarie,
Sturm und Lawinen, –
gibt es denn niemals Ruh
drunten bei ihnen.

Schaut den Kalender an.
Steht drauf: “ Es werde!“
Greift nach dem Opernglas.
Blickt auf die Erde.

Schnee vom vergangenen Jahr
blieb nicht der gleiche.
Liegt wie ein Bettbezug
klein auf der Bleiche.

Winter macht Inventur.
Will sich verändern.
Schrieb auf ein Angebot
aus andern Ländern.

Mustert im Fortgehn noch
Weiden und Erlen.
Kätzchen blühn silbergrau.
Schimmern wie Perlen.

In Baum und Krume regt
sich’s allenthalben.
Radio meldet schon
Störche und Schwalben.

Schneeglöckchen ahnen nun,
was sie bedeuten.
Wenn du die Augen schließt,
hörst du sie läuten.

Bei Licht betrachtet

SA 6.36
SU 18.45
3 Bft aus Nordost
(Werte Saarlouis)

Es ist soweit – das letzte Modul der Fortbildungsreihe im Saarland ist angebrochen. Im Oktober hatte ich angefangen. November, Januar, Februar. Es war nicht alles schön. Kann man ja nachlesen. Heute ist alles anders. Vielleicht auch ich.
Auch hier in der südwestlichsten aller Provinzen ist Frühling, heute sogar der astronomische Anfang desselben. Und außerdem war Sonnenfinsternis. Klar hatte FrauFreitag keine Brille dafür, war sie doch erst spät darüber ins Bild gekommen. Ich hab so reingeschaut und sehe kaum schlechter als sonst. Hat sich in jedem Fall gelohnt. Aber egal. Die nächste sehen meine Enkel und Urenkel, inshallah!

Also Saarland, Frühling. Die Fahrt, die sonst oftmals arg bedückend erschien, war eitel Freude und Sonnenschein. Am Bahnhof angelangt, packe ich trotz relativer Eile die Kompaktkamera aus. Diese habe ich nicht zuletzt hierfür erworben. In wenigen Minuten schieße ich viele Bilder. Metall, Verfall, aberwitzige Gebilde von Architektur und Gartenkunst. Das tolle ist, die Kamera macht scharfe Bilder, obwohl ich nichts sehe. Begeisternd. Ich werde nur noch so durch Leben gehen. Und lasse an dieser Stelle mal Platz für die Ergebnisse, die folgen werden, sobald….ich Zeit finde.

 

 

Das war der Platzhalter.

Dann Bildung. Wie immer. Man lernt eben was. Ich mag das.
Und dann: Nahrungsfang. Ich wohne diesmal downtown Fraulautern. Es ist so schlimm, wie es klingt. Aber es gibt einen „Wok-Imbiss“, wo ich in Gesellschaft einiger riesiger bunter Fische (links), zweier goldener Elefanten (voraus, man sagt auch geradezu) und eines immens fetten Buddhas (rechts) eine absurd große Portion Eierreis, gebraten, anpicke. Den Rest esse ich im Laufe des Lebens. Schon dafür hat sich die Fahrt gelohnt, auch wenn mans nur rechnerisch betrachtet.

Dann aber Hotel. Europa. Gar nicht so schlimm. Das kleinste Zimmer der Welt, aber ich bin ja wendig. Das Badezimmer dafür sehr geräumig, die Dusche für eine Kleinfamilie ausreichend. Und sehr sauber. Ick freu ma schon! Und falls ich, wie man mir versichert hat, morgen früh auch ab halb 8 ein Frühstück bekommen werde- das Paradies!

Am Ende aller Enden, wie der Russe so sagt,  wars doch schön hier und ich bereue nichts. Statt dessen habe ich den wild entschlossenen Plan geschmiedet, baldigst hier Urlaub zu machen, um in kompetenter Gesellschaft einen Bildband zu entwickeln, nein, lieber  gleich mehrere:
1. Völklinger Hütte – Untergang eines Industriestandortes
2. Saarland – Deine architektonischen Meisterwerke
3. Stahlproduktion – wir bauen die Zukunft
4. Fraulautern – Deine Imbisskultur
5. Hotels – Ein- und Ausblicke

Meine Güte, hab ich noch viel zu tun!, sagte FrauFreitag und warf die Mütze hoch in die Luft.

Springzeit

SA 6.32
SU 18.37
2 Bft aus Nord

Wie schön. Ein Zustand, wie lange nicht gefühlt: luft- und fußmüde.
Mit meinem neuen Spielzeug bin ich durch den Frühling gelaufen.  Wir sind noch  zögerlich miteinander, lernen uns kennen, finden nicht immer sofort die rechte Stelle und haken trotzdem langsam und zart die Finger ineinander. Wird schon. Bald gibts Photographien.
Eine langjähige Freundin getroffen, die mir in den Wirren der letzten Monate abhanden gekommen war. Zusammen und mit ihrem Hund gelaufen. Am Fluss, dann durch den Park. Über uns Sonne, um uns Luft, die man nur als lind bezeichnen kann. Lichtes Licht. Schiffe auf dem Rhein, Menschen kommen aus ihren Löchern gekrochen und lächeln wieder. Überall kleine Kinder auf Laufrädern. Im Park kicken kleine Jungs (_und Mädels) mit ihren Vätern (_und Müttern, obwohl ich tatsächlich nur Jungs gesehen habe…). Sie schleudern ihre kleinen kurzen Beinchen sehr hoch beim Treten und die Papas müssen tüchtig rennen, bald haben alle ganz rote Gesichter.
Überall gibt es Vegetation, dazu viel zu berichten, man kommt aus dem Schauen und Hören gar nicht heraus.

Wir sitzen zum Schluss im Café, das herrliche Ausblicke bietet, aber nur naja-Essen/Kuchen. Man kann nicht alles haben., wem sag ich das? An genau dieser Stelle stand der Lieblingskiosk meiner Kindheit mit perfektem Waldmeistergetränk, giftgrün und künstlich und kühl und ohne die Spur von echtem Waldmeister. Vorbei, vorbei, aber das Bähnchen fährt noch seine Runden. Dort Lokführer werden wäre mein Traum.
Draußen sinkt die Sonne rosenrot, in der Luft Dunst, zart eingefärbt. Wie soll ich diese Farbe nennen? Ist es überhaupt Farbe? Ich glaube, sie heißt „Frühlingsabendlichtdunst, lichthellgraurosa“.
Ein zufriedenens Seufzen entringt sich meiner Brust.
Wir sind übern Berg. Wieder mal geschafft…

Schöne Männerkörper

SA 6.37
SU 18.34
3 Bft aus Nordost

Na, FrauFreitag, was ist so los?
Draußen zum Beispiel Frühling. Hab ich schon erzählt, aber es nimmt zu. Die jungen Leute sitzen in den Straßencafés und ich im Büro. Wenn ich raus komme, ist unten keine Sonne mehr, sie wird mir von Häuserschluchten verdeckt. Es ist natürlich trotzdem herrlich und ich laufe mit offener Jacke. Es ist an dieser Stelle zu ergänzen, dass auf vielfachen Wunsch eine kleine Kamera angeschafft wurde und FrauFreitag jetzt immer im Safarianzug auf Bilderjagd geht. Heute: zarte weiße Blüten, Mirabelle, wenn mich nicht alles täuscht. Wenn ich all die Software und Bildbearbeitungsprogammatik verstanden habe, werde ich hier Bilderbücher veröffentlichen. Nur Geduld…

Außerdem: es ist Tanztheaterwoche in Mainz und alle gehen hin. FrauFreitag mittenmang. Bin begeistert bei völliger Unkenntnis. Wir beschließen, keiner Interpretationen zu bedürfen und uns ganz dem Erlebnis hinzugeben.  Karten gibts zwar keine mehr, aber schauen kann man noch – hier:
http://www.staatstheater-mainz.com/web/

Eine Produktion in diesem Zusammenhang hieß NYA – Hoffnung in das Leben. Mir hat es gefallen und der Titel ist sowieso Programm. Ich fand, die Jungs haben das auch gut  – äh – dargestellt. Getragen von diesem Gefühl verbrachte ich die Nacht zum Montag, träumte von Sprüngen, Breakadance, Ballett und schönen Männerkörpern. Alles schien gut, bis ich dann am Montag Morgen zum Arzt musste, was an sich schon unschön genug war. Ich saß in einem überfüllten Wartezimmer, viel zu lange, musste Menschen belehren, dass man in solch einer angespannten Situation bitte seine Tastentöne ausschaltet- jaja! Alle Fenster blieben geschlossen, ich vergaß irgendwann auf der Strecke, wieso ich überhaupt da war, kam in den bekannten Wartezimmerdumpfheitskoller, hatte alle Geo Reisen schon durchgeblättert, also auch die Welt kennengelernt. Meine Fingernägel waren eingehend studiert worden, der Boden auch (Laminat), da griff ich nach einer Zeitschrift, die ich noch nie in den Händen gehalten hatte. Es war die pure Verzweiflung und Langeweile, dass ich begann, men’s helth zu lesen. Wobei –lesen? Ich hatte sicher zu viele Falten auf der Stirn in diesem Moment. Aber gut. Erstmal: Ronaldo und sein Sixpack. Schon amazing. Und das alles kann prinzipiell jeder Hempel haben, dauert nur 6 min. täglich. Die Übungen waren komplex und ich bekam noch mehr Falten beim Studium. Aufsehend sah ich ein paar unhealthy men. Never mind, sagte ich mir, Nirvana zitierend, und fand weitere interessante Artikel. Wie man Frauen im Urlaub abschleppt und wieder los wird. Ich erfuhr, dass Frauen beim ONS generell nicht zum Orgasmus kommen und war dankbar für diese Absolution. Und überhaupt: Spaß am Sex haben nur Frauen mit breitem Becken. Nicht nur diese Tatsache wirkte zutiefst verunsichernd auf mich, sondern auch die Frage, wie hier valide Daten erhoben worden sind.
Der Artikel über MMA war vergleichsweise OK. Und dann war ich nach nur 2,5 h auch schon dran und hatte vergessen, weshalben ich überhaupt an diesem Ort war. Meine Verzauberung jedenfalls war gründlich getilgt worden. Men’s helth. Bitte nur mal aussprechen…tsss.

 

 

Lasst uns pflügen, lasst uns bauen…

SA 6.49
SU 18.24
2 Bft aus Nord

Es ist soweit. Das blaue Band flattert zart. Ich sehe es durchs Fenster und will raus. So sehr. Zum Beispiel nochmal ins Haus am Waldsee, wo es letzte Woche bei der Vernissage arg dunkel und kalt war und die Weiden traurig-erwartungsfroh vor der Terrasse standen. Dort kann man was schönes sehen im Moment und wer in die Hauptstadt fährt, kann hingehen:

http://www.hausamwaldsee.de/index.php/de/ausstellung/aktuell.html

Die Ausstellung heißt GLÜCKHABEN, was FrauFreitag als verbohrt notorischer Glückspinsel sehr schön findet.

Glück. Um es zu haben, muss man es erst finden.
Ich geh mal suchen. Vielleicht ist es  jetzt, wo es draußen frühlingt, schon auf der Straße unterwegs. Zum Beispiel dieses wilde Rudel Kinder auf Inlinern, einer davon, der Dicke der Gruppe,  mit Krücken. Ja, mit Krücken. Als Fahrhilfe? Ich setz mich fast aufn Boden…Überall in den Läden Primeln und Zwiebelpflänzchen aller Couleur.
Zuhause werfe ich entschlossen den Wintermantel in die Ecke, stapele dunkle Pullover, kaufe Mottenschutzprodukte und ziehe ab sofort wieder weiße Hemden an.

Am Nachmittag fahre ich aufs Land hinaus und schaue kurz in meinen ehemaligen Garten. Aua. Die Reste von der letzten Party sind nicht mal weggeräumt und die Bettwäsche müsste dringend  gewechselt werden. Die ist wirklich nicht mehr gut. Ok, das alles geht mich nichts an. Ein- und aus.
Trotzdem zwinkern mir ein paar kleine Wildtulpen zu und die Osterglocken werden gerade gegossen, man sieht sie schon schimmern. Die vielen, vielen Kroküsschen habe ich leider verpasst…sie liegen matt auf dem Boden. Die rheinhessischen Hügel sind auch noch da und mein vermisster Hund rennt in einem Anfall von Lebensfreude so verrückt herum, dass ich trotz aller ungelösten und ungeliebten Probleme gute Laune bekomme. Dazu gibts als Dreingabe einen Sonnenuntergang. Und mir klebt endlich wieder dieser schwere Boden an den Schuhen.

Wie ich ohne Garten weiter leben soll, ist mir noch nicht ganz klar, aber ich arbeite an dieser Frage. Zum Beispiel werde ich jetzt den Balkon des Betriebs, in dem ich mein Leben verbringe, in eine blühende und fruchtende Oase verwandeln. Ich dachte an Tomaten, Erdbeeren, Kapuzinerkresse etc. Erstens.
Dann am Eingangsbereich der Wohnung arbeiten, das wird eine Orangerie. Zweitens.
Den Badeanzug mit in die Firma nehmen und einen Liegestuhl im Büro platzieren. Drittens.
Also. Egal was ist.  Es wird uns doch gelingen,  dass die Sonne schön wie nie… muss ja.

Reisetätigkeit oder Frankenstein (Pfalz)

SA 7.16
SU 18.03
3 Bft aus Süd

Die fraufreitagsche Tätigkeit, also die berufliche meine ich jetzt, ist ab und an mit Reisetätigkeit verbunden. Dagegen hat sie gar nichts, Hauptsache nicht am Schreibtisch sitzen…

Es galt, einen ca. zweistündigen Vortrag zu halten, in Kaiserslautern (7°46’13“ westl. Länge, 49°26’37“ nördl. Breite, 233 m üNN).
Kaiserslautern (pfälzisch: Lautre) ist eine Industrie- und Universitätsstadt am nordwestlichen Rand des Pfälzerwaldes im Süden des Landes Rheinland-Pfalz.
Kaiserslautern
war bereits zu karolingischer Zeit Königshof (->Name!!).
Wichtig sonst: Japanischer Garten, Krickenbach (s.ebenda FrauFreitag) und die Roten Teufel vom Betzenberg. Fritz Walter.
(Ich erkläre Kaiserslautern hier so ganau und mithilfe einer freien Online-Enzyklopädie, weil ich erfahren musste, dass diese Stadt nicht zwingend über rheinland-pfälzische Landesgrenzen hinaus bekannt ist…)

Dortselbst also abendlicher Vortrag, dann Bahnhof und fort. Ankomme am Bahnhof kurz vor Abfahrt meines Zuges in die Landeshauptstadt. Schnell Fahrkarte und eine trockene alte Brezel gekauft, die Stühle werden gerade hochgestellt, es ist gegen 19.45 h.

Ich haste durch den menschenleeren, aber ganz schönen und lichten Bahnhof (vor allem wenn ich ihn mit meinem eigenen vergleiche) und am hinterletzten Gleis geht mein Zug pünktlich ab.
Mich hinsetzend stelle ich fest, dass ich ein Getränk vergessen habe.  Argh.
Ein netter Lokführer, wohl zum ersten Mal seit 10 Jahren angesprochen, weist mich auf meine Umstiegshaltestelle Schifferstadt hin. Ich erschrecke kaum darob, vielmehr darüber, dass ich nicht nur kein Getränk, sondern auch keine Lektüre dabei habe. Und telefonieren kann man auch nicht, wie ein Versuch beweist. WAS TUN?? ist erneut die Frage und ich beschließe, ein Gedicht zu verfassen, das sich in naturalistischer Manier an meinem Weg „nach Hause“ orientieren soll.
Es ist laut zu deklamieren.

1. Strophe:

Kaiserslautern Hbf
Hochspeyer
Frankenstein (Pfalz)
Weidenthal
Neidenfels
Lambrecht (Pfalz)
Neustadt (Weinstr) Hbf
Neustadt-Böbig
Haßloch (Pfalz)
Böhl-Iggelheim
Schifferstadt

Bemerkung:
In Frankenstein (Pfalz), erscheint der „Prüfdienst“ und macht mir Angst ob seines Aussehens und seines Unvermögens, Blickkontakt mit mir aufzunehmen. Ich bin froh, als die Herren in Weidenthal wieder ins Dunkel verschwinden.
In Schifferstadt steige ich aus, es ist furchtbar kalt. Ich gehe durch die bepinkelte Unterführung mit flackernder Neonbeleuchtung- auf der Suche nach einem Bier- und finde tatsächlich eine Bahnhofskneipe in der ehemaligen, nun verlassenen Verkaufsstelle für Fahrkarten. Ein Eichbaum Pils. Oh Labsal! Es wird mir sogar geöffnet und trotz der Kälte trinke ich die gekühlte Erfrischung in großen Schlucken. Die Menschen am Bahnsteig meiden mich darob.

Da kommt der Zug.  Am Rheine fühle ich mich schon wohler und sicherer und schreibe eine kurze

2. Strophe:

Schifferstadt
Ludwigshafen (Rhein) Hbf
Frankenthal Hbf
Worms Hbf
Mainz Hbf

Bemerkung:
Die Zeile „Ludwigshafen (Rhein) Hbf“ lebt von Auslassungszeichen.
Ich lese ab Worms eine liegengebliebene Zeitung, die „Wormser Allgemeine“, ein kleiner Ableger der Mainzer und noch um ein vielfaches faszinierender. Das soll einmal ein Projekt werden! Aber bitte ein ander Mal. Jetzt bin ich doch erschöpft…

Billy Red travels through the night

SA 7.28
SU 17.53
3 Bft aus Süd

Es begab sich aber zu der Zeit, dass die Belletristik in Kisten herumstand in der Wohnung von FrauFreitag, umzugsbedingt. Die Kisten stehen nicht nur dumm im Weg, sondern sehen auch Scheiße aus und die Belletristik ruft leise nach Luft und alphabetischer Ordnung. Also Kleinanzeigen, ein Regal muss her. Hoch und soundso breit. Sonst eher egal. Aaaaa-ha. Billy, rot, 20 EUR, Vrouwenlopstr. (Name geändert). Perfekt, umme Ecke, denkt FrauFreitag und macht die Sache klar. Plan sieht vor, Freitag (logisch!) kurz nach 19 h mit der Lebensgefährtin das Ding abzuholen. Zu Fuß, versteht sich. Das Wortauto treibt sich anderswo rum und überhaupt- cooler so.

Kurz vor 19 h. FrauFreitag hat gekocht und darüber die Physik vergessen. Die Unterlippe soo krass verbrannt (Tomate, ca. 400°C), dass sie aussieht, als hätte sie was machen lassen, also absichtlich. Wir lachen uns schon mal warm, wie ich meinen neuen Kussmund im Wasserglas abkühle. Muss auch selten dämlich aussehen. Somit  gelockert gehen wir los und sind pünktlich da. Leider ist die Nummer XX 7 Blocks weiter, also fast am Rhein. Und dann 4. Stock, war ja klar…die WG-Mausis sind keine Hilfe, sondern völlig verpeilt. Also erste Aufgabe: 220 hoch, durchs Treppenhaus. Rauhputz…Lederhandschuhe! Wir werden von Treppenabsatz zu Treppenabsatz besser und alle Gentlemen, die treppauf unterwegs sind, nennen uns die Tageszeit und glotzen beeindruckt. Die Bretter sind in einer Tasche gelandet und sollen nachher mit dem Rad abgeholt werden. Und ab! Ziemlich schnell ziehen wir die Schals aus und machen Jacken auf. Perfektionieren unsere Technik.  Und ein bisschen geraten wir auch in Rage.
FrauFreitag [schwitzend]: Das kanns nur in Deutschland geben! Dass alle an uns vorbeigehen, blöd schauen, aber keiner der Jungs (oder Mädels) fragt…da kenn ich andere!
Lebensgefährtin [schwitzend]: Genau!…
Etwa nach der Hälfte ists schon warm und auch ein bisschen langweilig. Laune aber topp!

Da kommt ein Herr an uns vorbei, wie muss ich politisch korrekt sagen?? Sein Äußeres lässt vermuten, dass er aus der arabischen Welt kommt? Nicht mehr jung geht er, nein humpelt er eher an uns vorbei, stellt sich dann in den Weg und sagt. „Helfen.“ Mit einem Punkt. Wir [natürlich…]: Nö, Danke, geht schon...da entwindet er der Lebensgefährtin das Vorderteil und stürmt los, dass FrauFreitag hinten nur so hinterherweht. Das war genau, was ich meinte. Hierzulande wirst Du beglotzt, wenn Du was schweres transportierst. Man muss ja schön blöd sein. (Schon mal mit 2 Kleinkindern und Säugling und Gepäck aufm deutschen Bahnhof unterwegs gewesen und der Aufzug ging nicht? Ooohja…)
Einen Block vor zu Hause entwinden wir ihm wieder das Vorderteil, mit 1000 Dankeschöns und jaja, hier wohnen und schaffen den Rest alleine, sogar leichter als gedacht.

Dann nur noch schnell noch mal hin, das Abenteuer zu Ende bringen. Ich bin langsam warmgelaufen und fühl mich besser als den ganzen Tag über…und den Rest macht fast das Fahrrad allein, wir singen dazu laut und (sehr) falsch (ich) Oh Happy Day und morgen räum ich alles um und befreie die papiernen Freunde aus ihren Kisten.

Ladies and Gentlemen, got it?
„Helfen“. Punkt.

Eröffnung der Picknicksaison

SA 7.30
SU 17.51
wieder 2 Bft, diesmal von Süd

index

Hier entsprechend, nur ohne Banane.

Wenn man MutterFreitag Glauben schenken darf, war eines der ersten Worte, das FrolleinFreitag nach MAMA und PAPA äußerte, das schöne Wort PICKNICK.
Frühe Erinnerung: ich sitze auf dem weißen Autodach unserer blauen Arabella und esse eine Banane. Das Auto steht auf einer Wiese. Die Welt ist wunderbar.

Und so blieben Picknicks auch fürderhin eine meiner liebsten Tätigkeiten, wobei Picknick allerlei meinen kann, Hauptsache die Komponenten Essen und Trinken, Natur und gute Gesellschaft sind mit dabei.
Opulente Gelage (mit Butler bitte) mit Kressesandwiches, Tea und Erdbeeren und Sahne auf den meadows mit den Dashwoods, oder Chips und Rotwein in den rheinhessischen Weiten, mit den Kindern auch Kekse, Joghurt und Wasser und dann schnell mitm Dreirad an die nächste Ecke der Pferdeweide. Gerne auch romantische Wasserschlösser mit Burggräben, Champager und vegane Froschschenkel mit dem Liebsten.

Wenn ich rausschaue, sehe ich: nichts. Also genauer: Hochnebel, 1°C. Das sind schlechte Aussichten. Und überhaupt, meine Frühlingsgefühle eilen der Natur voraus. Also übe ich mal wieder, nämlich mich in Geduld. Seufz.

Wie gut, wenn man dann wenigstens was in Aussicht hat. Ich habe zum Beispiel etwas herrlich Schönes gezeigt bekommen. Und wenns schon nichts zu erzählen gibt, soll man wenigstens was anschauen. Also, liebe Leser_innen…wer FrauFreitag gut kennt, wird hier vieles finden. Wer nicht, wird einen prima Film sehen. Viel Vergnügen in jedem Fall! Bis bald auf den Wiesen!

 

Ihr Völker der Welt,

seht auf diese Stadt! Zerschunden liegt sie da, überrollt von einem Heer von Narren, plattgetreten und geschändet. Jetzt quellen ihr überall die Federn aus dem Pfuhl, sie ist krumpelig an den Rändern und riecht nach alten Spüllappen.

Ich komme am Fastnachtsdienstagabend nach M. zurück. Planvoll, ich dachte am Dienstag sei die Schlacht soweit geschlagen und die Gass gekehrt.  Weit gefehlt. Die einzigen, die das hier gut finden können, sind die Stadttauben. Man wünscht sich eine Sündflut daher, strömenden Regen, gerne mit etwas Spüli drin. Der hebenste Anblick waren die breitgetretenen Tintenfischringe mit Konfettigarnitur.  Und: ich eile nur kurz durch die Peripherie. Das Epizentrum werde ich erst nach der besagten Sündflut wieder betreten.

SA 7.32
SU 17.50
die ewigen 2 Bft aus Ost

Nach einem intensiven* Reisewochenende ist FrauFreitag wieder am Platz. Ihr Weg führte sie von einer weiteren Fortbildung im vorfrühlingshaften Saarlouis (…) nach Westberlin- ein Katzensprung. Und ich muss sagen: keine negativen Bahnmeldungen. Alles pünktlich, sauber, ordentlich. Mitreisende unauffällig (ich glaube, nur ich habe laut geschnarcht). Allein ein Telefonat möchte ich mit meiner Umwelt teilen.
Auf der letzten Etappe, FfM-MZ, saß im RE eine junge Dame Rücken an Rücken zu mir und telefonierte laut und deutlich. Ich hörte ihr zwangsweise zu, da ich es versäumt hatte, meine Ohrenstöpsel in den Gehörgang einzuführen.  Das Gespräch hub an am HBF, wo der Zug noch eine Weile lang stand. Ich dachte (beiläufig, wie man so sortiert ohne wirklich aufzumerken), dass sie wohl mit einem kleinen Geschwister spräche, das möglicherweise ein geistiges Handicap hat. Später präzisierte ich: der Bruder, denn aus dem Hörer war deutlich eine Männerstimme zu vernehmen. Ich dachte dies, weil sie extrem kleinschrittig erklärte, wie ihre drei Blusen gewaschen werden sollten. Nämlich mit Feinwäsche. Nein, doch besser pflegeleicht. Und zeitreduziert. Und mit Waschmittel, dem grünen, die Menge bitte angepasst. Dieses bitte einfüllen in das Plastikding. Das weiße. Nein, na gut, dann doch das blaue. Und dann die Schalter…und dann wurde alles nochmal wiederholt. Und ich dachte langsam (wir waren mittlerweile schon am Flughafen vorbei…), dass sie vielleicht doch ihrem Bordercollie die Waschmaschine erklärt, so viel munteres hin und her gab es da…und dann sagte sie was von essen gehen und nannte ihn „Schatz„. Ich rutschte ohnmächtig vom Sitz…

Wie auch immer. Jetzt ist die Narretei vorbei und auch FrauFreitag ist wieder im Betriebsmodus. Manchmal staunt sie über sich selbst: heute ist sie um die Zeit aufgestanden, zu der in den letzten Tagen der Letzte das Licht ausgemacht hat…weil es ja eh schon hell war.

 

(*was immer das heißen mag…)

 

Der Februar

Erich Kästner

Der Februar

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verläßt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins: die Zeit.

Vielvältiges Gevluche

SA 7.43
SU 17.39
2 Bft aus Süd

Liebe Leser, heute wirds vielfältig. Vielfältig maulig.

Ich weiß nicht warum, aber nach vier Stunden Schlaf fühlt FrauFreitag sich heute vrüh wie ein rohes Ei.  Das wäre nicht nötig gewesen.
Der Wecker geht um 6 und Kind3 muss zur Schule, da gibts kein Vertun. Vrühstück im Koma, das kennen wir alle. Um 7 muss Kind3 ausm Haus. Aus kosmetischen Gründen müssen um 6.45 noch Haare gewaschen werden. Klar. Allzeit gepflegtes Äußeres. Jedoch nasse Haare, latente Halsschmerzen und draußen 1°C – wir verfallen rasch in ein Mutter-Tochter-Theaterstück, bei dem Vöhn, Zeitmanagement und Wollmütze vs. Vrisur zentrale Diskussionspunkte darstellen. Ich erringe natürlich den Sieg, weiß aber, dass spätestens an der nächsten Ecke…“mach die Jacke zu!“, rufe ich noch hinterher. Kind3 nach links ab.

Sich am Kinde ein Beispiel nehmend, begibt sich alsdann FrauFreitag selbst ins Badezimmer. Erstmal heißes Wasser, bitte. Die Vacettengelenke beschweren sich seit Tagen über übermäßiges Sitzen. [Die heißen Facettengelenke und was die Künstlerin hier sagen will ist : Rückenschmerzen, arge]
Was soll ich sagen? Es führt mich zum nächsten Thema. Warum sitzt FrauFreitag so viel? Kennen wir sie nicht als vröhlichen kleinen Virbelvind, neurasthenisch herumrennend, um sich tretend und schlagend? Immer zwei Stufen auf einmal nehmend oder herunterfallend? Und jetzt? Sitzen. 7, 8 h täglich. Man soll nicht klagen bei 3. 032. 000 Arbeitslosen (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, 12.2.15). Jedoch. Was soll das mit der Vollzeitvollbeschäftigung? Ja. Ich bekomme einen durchaus hohen Entschädigungsaufwand. Aber ich komme mir selbst nicht mehr hinterher. Die Wohnung verwahrlost, die Vinger- und Vußnägel ungeschnitten, völlige geistige Verrohung und vehlender sportlicher Ausgleich sind die Volgen. Dies führt einerseits zu erwähnten Vehlhaltungen und Beschwerden, aber auch zum Versiegen jeglicher prosaischer oder gar lyrischer Quellen. Was bitte soll ich der geneigten Leserschaft berichten? „Auf den Bildschirm gestarrt. Meine Arbeit getan.“ Nota bene: ich mache meine Arbeit wirklich gern. Aber bitte kürzer, wenn schneller schon nicht geht. Der Unterschied zwischen 6,5 und 7, 8 h täglich ist entscheidend. Und das wusste doch schon irgendein alter Vilosoph, der täglich 6 h für die tägliche Brotarbeit als völlig ausreichend einstufte. Ich hab vergessen, wer das war. Aber er sprach wahr.
Was resultiert aus der vehlenden Inspiration? Verzweifelt sich abwendende Leser_innen einerseits, vrustrierte Schriftstellerin andererseits. Das war weiß Gott anders vorgesehen! Sammelt FrauFreitag doch heimlich größere Geschichten, diese IRGENDWANN zu schreiben…es besteht hier dringender Nachbesserungsbedarf. Vielleicht sollte ich täglich um 4 h aufstehen? Dann bliebe mir etwas mehr Zeit. Und hat Frau Rohling nicht auch so ihre Bücher geschrieben? Übermüdet neben dem Herd in der Asche kauernd? Meine rotgeränderten Augen raten von solchen Plänen ab.

Damit nicht genug.
Morgen heißt es wieder: Vortbildung. Heißt es wieder: Saarlouis. heißt es wieder: Vahrerei. Nota bene: Ich bilde mich sehr gerne, auch vort. Aber die Vorstellung des bleiernen Himmels über Saarstahlkondenswolken reißt mich heute in die Tiefe, ich muss an Gandalfs Vall in den Minen von Moria denken.

Was die Sache nicht besser macht, und hier vergraule ich nun auch den/die letzte_n Leser_in:
Vassnacht. Wo man hinschaut: Narretei. Ich gehe arglos zum Bäcker und die Verkäuferinnen sind grotesk geschminkt und lustig verkleidet. Wenn ich das filmen müsste, würde ich so schön entsättigte Farben wählen wie Andersson in „Eine Taube….“
Was wäre das für ein Kunstwerk! Statt dessen reiße ich die Deckung hoch (Körpergedächtnis) und kaufe eine Vahrkarte. In die Hauptstadt. Hierher komme ich erst wieder zurück, wenn die Gass gekehrt ist. Und dann hoffentlich ausgeschlaven…

Westberlin, West:Berlin, West-Berlin…

SA 7.41
SU 16.59
2 Bft aus Nordost
(Werte Berlin Mitte)

Eine Insel auf der Suche nach Festland.

So heißt die Ausstellung, die ich heute in Ostberlin im Ephraimpalais besichtigt habe. Das Ephraimpalais liegt sehr schön, man kann in der Nähe zuschauen, wie die U5 weiter gebaut wird. Dazu steigt man auf Türme, die ältere Berlinreisende an die Türme von früher erinnern, nur hat man damals und von da aus auf Grenzsoldaten der Deutschen Demokratischen Republik geschaut, jetzt schaut man in den Tiefbau hinab und die Erde zittert unter meinen Füßen. Die Spree fließt gleich umme Ecke, dazu historisches oder historisierendes Pflaster, wo man hintritt. Nur die Straße vorm Fenster ist mir zu laut, darum ziehe ich doch nicht ein in den Rokkokopalast mit korinthischen Kapitellen, Puttis aufm Balkon und Ananas aus Stein aufm Dach.

Die Ausstellung, die heute von mir besucht wurde, nimmt  Westberlin in den Blick.  (Ich verzichte hier auf den Bindestrich…) Westberlin jibt et nich mehr. Damit sind wir auch gleich wieder ziemlich am Anfang der Geschichte angekommen. Denn, und ich verzichte hier auch auf alle stadthistorischen Betrachtungen, diese sind gewiss in zahlreichen grundlegenden Standardwerken nachzulesen…, denn am Anfang gab es allenfalls Himmelsrichtungen. In Berlin so wie überall sonst auf der Welt. Dabei spricht kein Mensch von Nordberlin. Und heute gibt es „ehemals“. Ehemals Westberlin und ehemals Ostberlin. So ist das mit den Aspekten, den Blickwinkeln und den Ansichten. Aber ich schweife ab.

Ich wandele nicht allein durch die Säle, sondern mit Jugendlichen, die der Sache eher mehr so weniger interessiert gegenüberstehen (ist das die Gnade der späten Geburt?) und mit HerrnMontag, einem Westberliner, der der Sache eher mehr interessiert und selbst betroffen (ohne Betroffenheit) gegenübersteht. Ich komme aus der südwestlichen Provinz und habe einen eher mehr distanziert-interessierten Blick, wodurch die Ausstellung aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet wird. Und die alten Damen, die bei den Hörbeispielen immer mit summen, sind auch noch da.
Und um das Ende gleich nochmal vorweg zu nehmen: absolut lohnend. Läuft noch bis zum 28.6.15 und ich möchte den Besuch  uneingeschränkt empfehlen.
Warum?
Ich finde sie, die Ausstellung, nicht die alten Damen oder die Hörbeispiele,  lehrreich und spannend. Nicht nur kann man vieles erfahren, was man, vor allem als Südwestdeutsche_r, nicht über diese Stadt weiß oder wusste. Man sieht auch, wie zentral Berlin, in dem Fall West-, unser Leben, unser Großwerden, unser Erwachsenwerden, unsere Nachrichtensendungen und Erlebnisse bestimmt hat.  Vieles sehe ich hier wieder, was ich nur aus dem Fernsehen kannte, was aber offensichtlich „wichtig“ war.
Wieso kenne ich die Namen ehemaliger Berliner Oberbürgermeister? Ich kenne keinen einzigen aus z.B. Frankfurt und weiß nur mit Mühe, wer mein eigener gerade ist.
Wieso bekomme ich eine Gänsehaut , wenn ich den Namen Klaus-Peter Rattay lese http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-J%C3%BCrgen_Rattay ,  wieso erkenne ich sofort die Stimme Ernst Reuters?
Wir alle können ad hoc Referate über „den“ Mauerbau halten, kennen die Bernauer Straße -auch wenn wir nie da waren- und wissen, was ein Rosinenbomber ist. Wir sind groß geworden damit, wir sind Ameisen und organisieren das kollektive Gedächtnis unserer (ehemaligen?) BRD. Egal welche Dekade in der Ausstellung gerade dran ist, ich merke: wir waren alle Berliner.  Somehow, always.
Und spätestens ab den 80ern, ich sehe die Fotos aus der Hausbesetzer“szene“, von Punks und von Reagan-Besuchen, waren wir auch im Südwesten Teil der Insel.
Und das finde ich wirklich sehr interessant.
In diesem Sinne:
Keine Macht – für niemand(en)…

Freitag ist Freutag

SA 8.12
SU 17.05
2 Bft aus Nord

Tja. Wirkliche Geschichten: Fehlanzeige.
Es wird immerhin täglich heller.

Gestern habe ich ein Theaterstück gesehen. Es ist von Gotthold Ephraim Lessing und heißt Miss Sara Sampson. (Nein, nicht eine  „Folge von den Simpsons“, wie die Lebensgefährtin irrtümlich verstand.) Es war durchaus ansehenswert, wir hatten sehr schöne Plätze im Parkett und ich habe mich ganz zart und vorsichtig mit dem neuen Ensemble angefreundet. Trauere natürlich trotzdem dem alten nach und überlege, mir mal den Spielplan der Stadt Hannover anzusehen, wo Romeo jetzt wohl andere Julias verzückt…
Also Miss Sampson: wie man so sagt: erstaunlich, wie ein Stück nach mehr als 250 Jahren nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Es geht um „die Hölle der Liebenden“.  Tja.
„Die Hölle sind ja immer die Anderen“…sagte FrauFreitag im schwarzen Rolli und wandte sich wieder ihrer Sartre-Lektüre zu.

Dann habe ich, nach dem Theater, ein erstaunliches Buch angefangen. Es ist von Ingomar von Kieseritzky und heißt Kleiner Reiseführer ins Nichts und das hatte mir vor einigen Wochen der Projektleiterkollege mitgebracht. Zu meiner großen Freude, wie ich wirklich sagen muss.
Ich möchte auch so einen exaltierten Namen haben und so tolle Geschichten schreiben, aber unter anderem wegen des Projekts komme ich ja zu nichts. Der ebenfalls exaltierte Protagonist des Romans – ich habe etwa 20 S. gelesen – schreibt u.a. einen Essay über „Die seelischen Kosten der Arbeit“. Bemerkenswert.  Ich freue mich aufs Weiterlesen.
By the way: vorher hatte ich – wie immer rettungslos zu spät – viele Wochen mit Schätzings Schwarm verbracht. Gefühlt eine ganze Ära. Durchaus spannende Unterhaltung fand ich, und kein Wunder, dass der nicht zum Hollywood-Blockbuster geworden ist. Aber insgesamt doch lang. Umso schöner, jetzt wieder echte Literatur zu genießen!

Heute morgen bemerkte ich, dass ich ausnahmsweise mal etwas wie geschlafen hatte, so von 0-6 h, ein ganz guter Anfang. Erstmal Schönheitspflege, man kommt ja wirklich zu nichts. Körperliche Kosten der Arbeit. Dann zur Post, da ist ein Päckchen angekommen. Auf dem Weg dorthin früh kurz nach 8 kommt mir eine ältere Frau an Krücken entgegen. Und summt laut und schön ein Lied. Das macht mir sofort gute Laune! Ich summ gleich was mit, steh vor der Post Schlange, der nette junge Mann lächelt mir zu und lässt mich vor (?OmaFreitag??), das Päckchen ist wirklich da und für mich, beim Türken gegenüber gibts schöne Petersilie und Dill. Läuft ja wie am Schnürchen!

Ich vergaß zu erwähnen: gestern implodierte mein Mobiltelefon. Aus verschiedenen Gründen bin ich, FrauFreitag, einst scharfe Gegnerin dieser modernen Menschheitsgeißel, auf sein Funktionieren angewiesen. Was war geschehen? Es lud nicht mehr. Dabei hatte ich die Vorzüge seines überaus leistungfähigen Akkus noch in den letzten Tagen beschworen…
Meine Reperaturversuche mit kleinen Messern brachten keine Linderung, es piepte wie ein lebenserhaltender Apparat auf der Intensivstation im Notfall, war aber nicht ladewillig. Also verabschiedete ich mich – zugegeben nicht völlig sorglos- aus der modernen Kommunikationsgesellschaft und schaffte es gerade noch, die Festnetznummer von Herrn Montag mit Bleistift auf einen Zettel zu kritzeln, ehe der Monitor erlosch. Schwärze.
Der Plan sah vor, heute mal in den Händyladen auf der Pobbstr. (Name geändert) zu gehen, wo immer die gebrauchten Geräte verkauft werden. Geplant, Plan erfüllt, um 9 h betrete ich das Ladengeschäft, wo eine weibliche Person mit Migationsgeschichte, die ich als Mainzerin als „klaa un uffgeschdummbt“ bezeichnen würde, mein Kommen kaum zur Kenntnis nimmt, weil sie mit einem Smartphone telefoniert. Irgendwann unterbricht sie ihr Tun doch und ist mir freundlich zugewandt. Ich erkläre, sie ist resolut und lösungsorientiert und siehe: es war nur das Kabel! Das Ladekabel, das ich vor etwa 15 Monaten zu einem teuren Preis in einem Berliner Fachgeschäft gekauft hatte, ich erinnere mich noch genau an die Umstände, die ganze Szenerie, ich hatte meines zu Hause vergessen gehabt…und jetzt: schon hin.
Jedenfalls, was red ich: 10 EUR, Mobiltelefon lädt freudig auf, ich kommuniziere wie es sich gehört und freu mich wie Bolle.

Geht doch alles. Und heller wirds ja auch. Jetzt fehlen nur noch ein paar Geschichten und ein exaltiertes Pseudonym…

 

Kind of Blue

SA 8.20
SU 17.02
1-2 Bft von überall
(Werte Saarbrücken)

Unsere heutige Sendung kommt aus der Hauptstadt des Saarlandes und die heißt Saarbrücken. Obwohl im Dezember weihnachtsbedingt keine Fortbildung stattgefunden hat (Danke, Weihnachten!) fühlt es sich nach „schon wieder?!“ an.
Januar und FrauFreitag reist wieder nach Saarlouis. Beim Aussteigen fällt ihr direkt der Himmel auf den Kopf, der ist aus Blei und wird ergänzt von der Stahlindustrie, die stählerne Wolken gegen die Schwerkraft himmelwärts versucht.  Die Opfer werden nicht angenommen, Dampf und Rauch drücken nach unten, es regnet bei 2° C, am Bahnhof stinkt es, mit Verlaub, nach Pisse. Starker Fluchtimpuls.
Nach vorn!
Mit ein bisschen gutem Zureden schaffe ich es und wandere an der AutoRoute de Tristesse in mein Vereinsheim, denn im Verein ist Bildung am Schönsten.

Da gelingt mir auch sofort der Einstieg ins Intellektuellengetue, ich vergesse alles, bin im Flow, bis ich etwa nach 1,5 h rausschaue. Es war mir in den letzten Tagen schon verschiedentlich aufgefallen, ich habe es über verschiedene Sinneskanäle wahrgenommen: es geht bergauf. Das ist beschwerlich, aber auch herzerwärmend. Nämlich: die blaue Stunde ist wieder da! Man fällt nicht mehr übergangslos von Grau in Schwarz, dazwischen blaut es, dunkelblau, herrlich, minutenlang, man hört Amselhähne schlagen und das Herz schwingt sich in die Luft und singt fast ein Frühlingslied. Ehrlich wahr und nicht übertrieben.
Und auch heute. Ich freue mich, bilde mich für heute zu Ende und reise nach Saarbrücken, wo, so sagt man, morgens hervorragende Frühstücke im Kaiserinnenhof serviert werden sollen. Da residiert FrauFreitag heute Nacht, Einzelkammer mit Etagenbad: gelber Flauschefußboden, blaue Plastiktapete, fast Himmelsblau. Gegenüber ein Supermarkt, blaue Leuchtreklame.  Kein Schreibtisch, aber gute Verdunklung.  Werde nun die Etagenbadsituation prüfen, kurz  schauen, was die Kollegen so schreiben, mich in die blaue Bettwäsche mummeln und dem Frühstück entgegenschlafen. Um 6.30 ist Wecken…

Nachtrag: FrauFreitag war ursprünglich davon ausgegangen, diese Nacht allein zu verbringen. Nun teilt sie ihr Bett im Januar mit einem Marienkäfer. Das Leben ist einfach überraschend. Und ich schön vorsichtig.

FrauFreitag im 21. Jahrhundert

SA 8.23
SU 16.42
wie immer 2 Bft aus Südwest

Herzlich Willkommen!
Was der geneigte Leser nicht sieht, ist, wie überaus geschwind diese Worte in den Äther geschossen werden. FrauFreitag ist geradezu über sich hinaus gewachsen.
Hintergrund:
Auf der legendären Einweihungsparty im Dezember 2013 lief den ganzen Abend hervorragende Musike. Diese war wochenlang vorher mit Bedacht und liebevoll zusammengestellt worden, geschüttelt und gerührt und dann abgespielt vom damaligen Computergerät. Dieses machte plötzlich „peng“ (wie ein Atomkraftwerk) und dann war die Musik alle und es wurden nur noch wirre Graphiken angezeigt. Da ich eh schon angeschickert war, wurde mir schwindelig davon und ich habe das Gerät geistesgegenwärtig nach dem Abkühlen in die Sockenschublade gelegt, die Socken obenauf. Und da vergessen. Doch, man kann.
Und, ich glaube so vor drei Monaten, habe ich es schon zum Arzt getragen, der aber nur resigniert den Tod feststellte. Es lohne nicht mehr. Super. Ich hatte auf eine Spontanwunderheilung gehofft. Wenigstens die Playlist war noch aufm Stick. GESICHERT, wie man so sagt. Als gäbe es Sicherheit, aber lassen wir das.
Und seitdem denke ich ab und zu: Hm…
Dann lieh mir Herr Montag freundlicherweise ein kleines Gerät, das mir zwar sehr sympathisch war, aber doch oft unwillig seine Arbeit tat, was manchmal Anlass zu Heiterkeit, öfter aber zu Ungeduldsanfällen war. Zur Illustration: Ich schreibe zum Beispiel G-E-R-Ä-T und nach ungelogen 10 Sekunden gibt es mir ein „G“, wenig später ein „E“ und schon nach einer Minute steht das gewünschte Wort da. Dazu Seifenblasen und ineinanderspielende Musik, kosmische Verzögerung oder so.

Ich habe all dem ein Ende gemacht und das ist nur der Anfang. Erstmal Beratung. Und dann braucht man nur noch Geld auf den Tisch zu legen. Und schon läufts. So geschwind, dass mir die Worte fehlen. Und die Musik spielt 16tel statt 8tel. Wahnsinn. So kann an in der gleichen Zeit doppelt so viel Bach hören
http://youtu.be/jWshUm0Juxk
und wenn ich dann noch einrechne, dass ich nur noch ein Drittel der handelsüblichen Zeit schlafe und dabei noch 20% mehr Lohnerwerb exerziere, die Inflationsrate jetzt mal nicht eingerechnet, da kommt ein wirklich wildes Leben zusammen. War sicher die richtige Entscheidung. Endlich angekommen im 21. Jahrhundert.

Eine Taube sitzt auf einem Zweig

…und denkt über das Leben nach.

SA 8.24
SU 16.34
2 Bft aus Süd
(Werte wieder für Südwestdeutschland…)

FrauFreitag ist wieder zurück in der südwestlichen Wirklichkeit. Ein Tag mit Schneeregenschleim und lästiger Listenabarbeiterei. Also muss man sich am Abend mal belohnen und ablenken und ins Kino gehen.
Im Lieblingskino, seit 30 unverändert – wie FrauFreitag selbst…- läuft im Titel genannter Film und das hört sich schon mal gut an.

Und das ist er auch! Der 3. Teil einer Trilogie über das Menschsein. Ein Strauß seltsamer Episoden, die nur durch ein zartes Band zusammengehalten werden, einige witzig, andere zum spontanen Losheulen, manche nur skurril.
Wichtig an dem ganzen Film ist aber nicht nur WAS da gezeigt wird, sondern vor allem WIE. Die Szenen wirken wie Tableaus, es wird in Szene gesetzt, alles feinkomponiert. Außerdem, und jetzt nähern wir uns wieder dem Thema der letzten Wochen, ist alles GRAU. Vergraut. Angestaubt. Sogar die Gesichter der Menschen. Wie hat Herr Andersson das gemacht? Ich kann es nicht erklären. Das müssten die Photographen, Kameraleute oder sonstige Augentiere mir mal bitte erläutern.  Ich trage eine Brille und weiß nicht Bescheid. Aber so einen Film habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Und in der letzten Szene, nach fast 100 Minuten Staunen, fällt mir endlich ein, an was mich die Farbpalette erinnert, das habe ich doch schon gesehen, diese blassen Farben…und zwar im ehemals real existierenden Sozialismus. Und auf alten Farbfotos.

Fazit: keine Spannung, keine Action, kein Sex.
Großartiger Film, unbedingt anschauen. Alles andere gibt’s im Leben. Diese Farben nicht.

"Es gibt keine Wahrheit. Es gibt nur Geschichten."