Frauen im Etuikleid

SA 8.05
SU 16.27
2 Bft aus Nord

Wetterdienst meldet leichte Schneefälle.

Am schönsten wäre es doch, liegen zu bleiben und fallenden Flocken beim Segeln durchs Grau zuzusehen. Nichtstun. Gar nichts. Dazu ist der Dezember doch eigentlich erfunden worden.
Statt dessen gehts gleich los mit Postboten, die die Post nicht in den Briefkasten werfen wie sie sollen, sondern uns erklären wollen, wo wir eigentlich wohnen. Tssss. Pakete kommen auch keine an.  Beschwerde-Hotline morgens um 7.
FrauFreitag hat den Blues. Fliegt wie ein Tischtennisbällchen zwischen Liebe und Tod herum. Und zwar buchstäblich. Das sind keine Blockgeschichten, da bräuchten die Leser zu viele Taschentücher. Und weil so absurd viel los ist, wird auch konsequent 3-4 h geschlafen. Geht mal. Aber nicht lange gut. Und dann dieser ganze Quatsch.
Also muss man schauen, wie man die nächsten Tage übersteht, und zwar gut. Mit Mittelmaß geben wir uns schon lange nicht mehr zufrieden. Was kann man tun?

Sehr hilfreich, das Innere zusammenzuhalten,  sind ab und an äußere Konstruktionen. Scaffolding nennt man das jetzt im berufsbezogenen Deutschunterricht.  Das meint (ursprünglich, nicht im Unterricht jetzt) : a temporary structure on the outside of a building, made usually of wooden planks and metal poles, used by workers while building, repairing, or cleaning the building.
Zu Deutsch: Gerüst

Wir ersetzen building mal mit person und schon sind wir wieder einen Schritt weiter, am Kleiderschrank. Wooden Planks und metal poles?  Heute muss das Etuikleid her, das schöne vom Flohmarkt, was so eng ist, dass man jemanden bitten muss, beim Zumachen zu helfen. Oder beim Aufmachen. Wenn man mal drinsteckt: sehr gut. Sieht einfach angezogen aus.  Dass es schlank macht, kann ich nun nicht behaupten. Egal. Schwarzes Etuikleid am Mittwoch früh. Bauch rein, Brust raus, Kopf hoch (wenn de Hals auch dreggisch is).

Erster Weg führt mich zur Apotheke. Schlaftabletten. Familienpackung bitte, auch für die Kollegin und die Lebensgefährtin. Das kann ja nicht sein, dass man sich jeden Morgen mit einer Hand die geschlafenen Stunden signalisiert. Die Apothekerin ist unerwartet hilfsbereit und verständnisvoll. Ich geb also heute ne Runde aus! 8-10 h pharmakologischen Ausgeknocktseins, ick freu ma schon! Kollegin freut sich auch. Nimm 2!

Dann sitzt man im Etui im Betrieb und ist einigermaßen betriebsam. Dabei fällt mir Anton Tschechov ein. Den habe ich ja auch viel zu lange vernachlässigt, man bräuchte einfach mehr Augen oder müsste schneller lesen können, etwa 100 mal schneller. Und der fällt mir ein wegen des Titels: Der Mann im Futteral  (Человек в футляре), 1898. Also hopp, gehn wir nachher doch lieber in die Bib, statt ins Bett! Im Etuikleid den Mann im Futteral lesen. Der Tag wird noch…

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