Reloaded

SA 7.40
SU 16.36
3 Bft aus Süd
Und die Wasserstände!!
NW 9.09
HW 14.31
Werte alle für gestern, 9.11.14, Cuxhaven

Durchs flache Land. An Bremen vorbei. Richtung Cuxhaven. Wieso? Da wohnt eine SchwesterFreundin. Und da ist das Meer.
Familiensonntagsausflug mit Tante. Die Tante bin ich, FrauFreitag. Draußen strahlender Tag, Kraniche ziehen über gelbe Birken und ich werde stark in die Gegenrichtung gezogen. Ans Meer, ans Meer, ans Meer…
Angekommen muss ich mich beherrschen, nicht zu rennen (was nur schlecht gelingt). Leider gibts hier Deiche. Ist eben nicht alles Hallig, kann ja auch nicht sein.  Anderereseits:  hat auch was, die Treppe hochzurennen, dass mans endlich sieht.

Und da ist es: das Meer. Die Nordsee. Und ist sogar da. Ich sehe gleich: auflaufend.  Also nix wie hin, salzig ists, Wind weht angenehm,  Vogelschwärme überm Wasser, glitzerglitzer, rauschrausch. Ein und aus und ein und aus und ein und aus und aus und ausatmen.  Gleich weht mir der Wind in’n Kopp und wirbelt erstmal alles auf und durcheinander. Und rausch und ein und rausch und aus. In der Nähe: Sandkörner, winzig klein. Muscheln, zart und durchscheinend. Oder einfach kaputt und zerrieben,  das ist nur eine Frage der Zeit. In der Ferne die blaue Ferne. Endloses Schauen. Hier schaut man: Neuwerk. Das ganze heißt Hamburgisches Wattenmeer. Rechts siehts nach Arbeit und Wollmützen aus, da stehen die Kräne und die Elbe kommt rein. Auf der Elbe Schiffe. Die kommen aus Hamburg. Alles kaum zu fassen. Jetzt bitte 2 Wochen Zeit und eine Geldtasche, Cuxhaven hätte Kurtaxe wie nie. Statt dessen soll alles schon vorbei sein, Mittagessen, Kuchen und Kaffee?! Sonntagsausflug eben. Leider kann ich nicht mit. Ich finde noch ein Stück dunkle Schokolade aus alten Tagen und eine Flasche Wasser im Rucksack. Das muss et tun.  Ich bleibe noch im Paradies, die Familie geht sich anderweitig stärken.

Und vorwärts, Marsch. Erstmal gen Süd. In meinem Kopf die Möwenschwärme beruhigen sich, ziehen langsamer. Meer hören.  Riechen. Schmecken. Sehen. Ich muss die Therapie ein bisschen zeitraffen, sie wird mir nur wertvoller dadurch. Setze mich und bin grenzenlos dankbar für einen Novembertag am Meer, bei strahlender Sonne und 13°.  FrauFreitag ist eben ein Sonntagskind. Hochwasser, alles dreht sich um. Ich denke über Anziehungskräfte nach . Dagegen kommt man nicht an. Ebbe und Flut. Vollmond und Neumond. Über gestern, heute und morgen, das Sein und das Nichts und andere Kleinigkeiten. Und je weniger ich denke und je mehr ich lausche, desto weniger aufgeregt wird das Geflatter in meinem Schädel, bis es plötzlich alles klar ist. Ich nehme Kurs Nord und freu mich, freu mich, freu mich, dann rufe ich an, dass man mich aus dem Kinderparadies abholen kann. Ich lass es mit leichtem Herzen hinter mir, winke und bedanke mich artig.  Auf sehr bald.

Und wer glaubt, so eine geballte Ladung Glück sei nun aber auch genug für einen Tag, der irrt.
Es kommt noch viel schöner. Aber das ist eine andre Geschichte…

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