Seltsam im Nebel zu wandern

SA 7.31
SU 16.43
3 Bft aus Südost
Vollmond

So. Jemand hat mir heute gesagt: „Wer „So“ sagt, bei dem geht noch was.“ Und ich hab heute oft „So“ gesagt. Gestern war Nebel. Seltsam. Man wandert los mit dem Rudel und schon nach ein paar Metern weiß man gar nicht mehr, woher man kommt. Wo man hingeht, weiß man auch nicht. Wenn man aber tapfer weitergeht und immer schön auf die eigenen Füße schaut, dann kommt man doch weiter und irgendwann hat man einen Spaziergang hinter sich und findet auch wieder nach Hause. Mittags klart es auf. Wir reiten aus, diesmal sitze ich auf dem ganz hohen Ross. Mein Kopf fast 2,50 überm Boden. Das ändert die Perspektive auch wieder grundlegend. Allerdings muss man mit soner Maschine unterm Hintern echt aufpassen. Mach ich auch. Es ist Nachmittag, die Sonne steht tief, aus den Wiesen steigt – wunderbar – weißer Nebel. Und dann sehe ich das schönste Herbstnebellichtspiel meines Lebens. Irgendwie schafft es die Sonne, den Nebel in Wald und Wiese so anzustrahlen, dass es aussieht, als würde der Wald von innen brennen. Der Cowboygruppe steht der Mund offen. Überhaupt fühle ich mich immer mehr wie in einem Worpsweder Bilderbogen. Zum Gesundwerden schön. Später dann soll ich mit ausgehen. In der Kastanie ist Offene Bühne. Die Hinfahrt bei fast Vollmond überm flachen Land schon wie ein Traumflug. Als bestünde die Welt nur aus Weite, roten Häusern (jetzt grau), Weidezäunen und kleinen Wäldchen. Und immer so fort. Aberr dann sind wir doch da und ich stelle fest, Berlin is dit nüscht. Aber trotzdem cool. Alle möglichen und unmöglichen Leute singen mögliche und weniger mögliche Lieder, ein ziemlich genialer Boogie-Woogie-Pianist erzählt einen musikalischen Roman, meine KrankenSchwester singt mir ein Lied: (Taschentücher bereithalten)

http://youtu.be/0iM38PyxzG8

Und ich bin betrunken und sehr froh, denn genau so war es ja. Trinke zu viel und schlafe zu wenig, aber das macht nichts. Heute schaffe ich trotzdem wie ein echter Knecht. Ganz viele schöne Bauernhofarbeiten, sehr erschöpfend. Warum kann das Leben nicht EINFACH so sein? Ich frage nur mal. Ausritt auf dem Rennhamster. In einer Kurve stolpert das Tierchen und ich stürze ab. Schon wieder Symbolik. Also aufstehen, merken, dass alles noch funktioniert, aufsteigen, weiter. Arbeiten, strukturieren. Und morgen?

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