Die Wand, Einleitung auf dem Theater

SA 7.10
SU 17.11
1-2 Bft aus Ost

Auf Wunsch von Frau Helianthus wird es hier zu einer Buchbesprechung kommen. Da FrauFreitag so etwas seit Studienzeiten nicht mehr gemacht hat, und damals nicht, wie sie selbst wollte, sondern wie es gehörte, will gut Ding diesmal Weile haben. Das Hirn arbeitet schon begeistert an der neuen Aufgabe, es geht nur noch nicht in die Finger.

Darum in kleinen Portionen, heute die Vorgeschichte. Wie kam ich zum Buch und es zu mir, das ganze Drumherum.

Vor einigen Wochen erzählte Frau Kollegin Z. beim Rauchen auf dem Balkon, dass sie am Abend zuvor einen Film gesehen habe, der sie fasziniert, aber ratlos zurückgelassen habe. Es handelte sich um „Die Wand“ mit Martina Gedeck. Sie erzählte die Handlung in groben Zügen und riet mir dringend, den Film noch zu schauen.
Wozu ich, wie so oft, nicht kam.
Als ich aber ein Weilchen später nach dem Ausflug nach Darmstadt noch Licht und Luft suchte in der Enge der Stadt und ein wenig an den Rhein radelte, kam ich auf dem Rückweg am Bücherschrank an der Grünen Brücke vorbei, wo ich IMMER anhalte. Es fielen die ersten Tropfen, als mein Blick „Die Wand“ fand. Von Marlen Haushofer. Aus Österreich. „Nadaschauher“, dachte ich, „gibts also auch schriftlich“, barg das Buch in meiner Jacke und radelte durchs Gewitter heimwärts, was gar nicht so bequem war, weil das Buch immer gern raus wollte. Es war ein reizloses Exemplar, eine Schullektüre sogar, darin Anmerkungen, uninspirierte, vorgegebene Fragen mit ungelenk-runder Mädchenhand am Rand, Kritzeleien vorne, aber ich hatte das dringende Gefühl, das es sich trotz allem lohnen würde, das arme Ding trocken nach Hause zu bringen.
Es gelang und stolz präsentierte ich es Kollegin Frau Z. am Montag in der Früh. Sie besah es, las rein, und sagte dann, das sei genau der Filmtext, das solle ich mal lieber lesen und behalten.
Weil es so unschön war, beschloss ich, es sei das ideale Unterwegs-ZugBuch. Las mich sofort fest, schon auf der ersten Fahrt, mochte kaum aussteigen. Ließ es dann, um es mit auf Reisen zu nehmen-der Ritterschlag für jedes Buch.
Und schon auf der Hinfahrt kam ich mit Fau Helianthus darauf zu sprechen, die den Film extra aufgenommen hatte, um ihn schnellstbald zu sehen.

Und dann las ich….

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>