Aber die Hoffnung*

SA 7.45
SU 18.40
2 Bft aus Süd

(* nicht von mir. In der Schule gelernt. Hilde Domin. Alle Schulkamerad_innen liegen längst lachend am Boden.)

Unterdessen aber geschah es, dass Kind2 Geburtstag hatte. Gerade erst geboren sitzt es und spricht, mir zum Beispiel gerade gegenüber. Oft singt es auch. Jetzt ist es 16 und trinkt Bier. Apfelwein verschmäht es. Braves Kind.
In einem halben Jahr, so erfahre ich eben, wird es anfangen, Führerschein zu machen. Begleitetes Fahren. Statt Begleitetes Wohnen. Jetzt soll ich Gesellschaftsspiele mit ihm spielen. Außerdem sagt es gerade „ich will Schauspielerin werden“. Und meint das ernst. Bin ich im Film?
Aber all das ist ja im Rahmen und schockiert eine erfahrene FrauFreitag überhaupt kein bisschen.
Wozu dann also die Ansprache?
Ich zittere noch vor Verunsicherung. Denn eben kam es in die Küche und hatte einen vollen Müllsack in der Hand. Sehr voll. Mit „Zimmerinhalt“. Und sprach: „Wir brauchen Müllbeutel!“
„?“
Den vollen Beutel hochhaltend: „meine Kommode!“
Ich muss mich setzen. Denn das Zimmer des Kindes2 ist das dunkle Geheimnis unseres Hauses. Keiner darf das je sehen. Unglaubliche Szenen haben sich deswegen schon hier abgespielt. Nun hatte ich gerade beschlossen, nichts mehr, nimmermehr irgendetwas dazu zu sagen. Trotz der Gesundheitsgefährdung.
Ich starre es fassungslos an.
„Ich bin 16!“ ,grinst es.
Vielleicht hätte man mich irgendwie vorbereiten können?

Ein Gedanke zu „Aber die Hoffnung*“

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