Ein historischer Tag

SA 7.44
SU 18.42
2 Bft aus Ost

Heute war Landpartie. Die FrauenFDPH machen ihren traditionellen Herbst-Ausflug, dieses Jahr ist schon das zweite Mal. Die Partie geht dieses Jahr auf die Mathildenhöhe nach Darmstadt, da gibt es was zu sehen und Einkehr ist auch möglich. Ich unke zwar rum, wo jetzt das Land in der Partie ist, aber da fahren wir diesmal nur durch. Geht auch.

Wir picknicken erstmal. Dann muss man nicht das ganze Zeug stundenlang rumschleppen. Also wird auf einer Parkmauer das Büffet errichtet und mit vollem Mund gekaut. Wir könnten wohl Eintritt nehmen, so werden wir bestaunt. In diesem Land ist ja vieles wunderlich. Im kühlen Herbstwind und Nebel vor einer Jugendstilkulisse stehend zu picknicken ist so eine beachtliche Sache. Nun gut. Hauptsache die Leute haben was gelernt.
Gestärkt gehts an die geistig-seelische Erbauung. Heute ist Hans Christiansen dran.
Selbiger 1866-1945 (Lungenentzündung), Wegweiser und Protagonist des deutschen Jugendstils. Malerei, Plakatkunst, Möbel, Keramik, Glas etc. Kunst und Handwerk.
Ich persönlich bedauere es, dass der Jugendstil nicht einfach gewonnen hat. Dann wäre heute immer noch alles so erbaulich. Und so umfassend künstlerisch. Die Lebensgefährtin und ich stehen vor den Möbel/Tapeten/Silberleuchter/Weinglas-Exponaten und uns wird klar, die Wohnung muss optimiert werden in ihrer Einrichtung. Auch ein Wandteppich fehlt uns noch. Schwertlilien sollten m. E. drauf sein und ein Pan und 3 Nymphen.
Nachdem wir alles umfassend angeschaut haben, betrachten wir noch die Wohnobjekte auf der Höhe. Das ein oder andere scheint uns ansprechend und wir kommen mal wieder zum Thema „Wie wollen wir leben?/Später zum Beispiel?/Und wann fängt später an?/Und man sollte sich rechtzeitig kümmern/ Alters-WG-Planung muss erfolgen, ehe die Demenz das Rennen gewonnen hat./Also am besten sofort.“

Erstaunlich ist, dass wir nicht mal fragen müssen. Nee, gar nicht erstaunlich. Eigentlich naheliegend, dass FrauFreitag und FrauH. die sich seit nunmehr–Kunstpause– vierzig Jahren kennen, irgendwann zusammen Treppenlift fahren wollen. Und die Damen P. und D. sind auch schon seit —–Hilfe, mir wird beim Rechnen schwindelig, denn das kann doch nicht die richtige Zahl sein, da stimmt doch schon im Ansatz was nicht, aber FrauD. bestätigt: seit sechsunddreißig Jahren, Sie haben richtig gelesen, sind wir quasi „zusammen“. Da bricht mein Münchner Erbe durch und mein Kopf sagt ‚Dosetztdinieda‘.
Also, wir kennen uns eine ganze Weile und da liegt es nahe. Schließlich wissen wir, was wir uns sind, was wir zu erwarten und zu befürchten haben. FrauF. und FrauD. tuns ja auch schon.
Und schon überschlagen sich Vorschläge. Einigkeit herrscht vor allem beim Vorhandensein von jungem männlichen Personal, Gärtner, um FrauF. zur Hand zu gehen, die ohne Garten eine Depression ausbilden wird, ein Turnlehrer für FrauH., für FrauP. einen Masseur bitte und FrauD. bekommt einfach einen persönlichen Begleiter. Natürlich darf man tauschen. Wegen der Personalkosten und um mal realistisch zu bleiben- selbstverständlich werden wir aus wirtschaftlichen Überlegungen Deutschland verlassen müssen. Schließlich sind wir alle mehr oder minder Prekariat. Also Niediglohnländer. Drei von Vieren wünschen viel Wärme. Gutgut, wegen des Rheumas, ich sehe es ein. Im Sommer fahre ich eben an den Kühlungsborn. Thailand. Mittelmeerinseln, Marokko. Alles wird überlegt. Feststeht jedenfalls: Heute gibts mal bei aller Phantasiererei und bei allem Gekicher Nägel mit Köppn und Butter bei die Fische.
Ja. Wir wollen. Ja, wir kümmern uns. Wir haben noch ca. 8 Jahre Zeit, bis auch das jüngste Kind hier groß sein wird. Bis dahin sollte alles fertig und renoviert sein. Auch die Gästeanbauten. Das sollte ja bitteschön zu schaffen sein!
Auch eine Finanzierungsidee ist bereits da. Ganz einfach: FrauFreitag schreibt einen s.g. FrauenRoman, nach Art der „FreitagsFrauen“ (Name geändert), also leicht, seicht, ‚witzig‘ über, sagen wir vier, Frauen, die beschließen, ihr Alter miteinander usw. usf. und eine möchte in der Verfilmung von Julia Roberts gespielt werden und das ist nicht FrauFreitag, die will Audrey und vielleicht Johnny Depp als mein Gärtner?
Also Roman, Bestseller, Immobilien Erwerb, Bingo.

Und eins muss ich sagen. Bei aller Ambiguitätstoleranz, über die ich verfüge und die ich mehr und mehr ausbilden MUSS, und auch wenn der Weg ja das Ziel sein soll, so finde ich es doch sehr ermutigend wenigstens etwas wie ein Ziel zu haben. Dafür Danke, FrauDPH.
Und wenn noch jemand mitmachen möchte -bitte einfach anfragen und Ideen einbringen.

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