Als Frau Freitag am Morgen

nach kurzen schweren Träumen erwachte, warf sie sich rasch die Jacke über, um wenigstens eine winzige Runde durch die Stadt ihrer Liebe zu drehen. Sozusagen Walkjoggen im Blazer, wobei es galt, das Katerchen irgendwie abzuschütteln, das ständig um ihre Beine strich oder gar auf ihrer Schulter zu sitzen kam- und das bei einer Katzenhaarallergie…Das ist sicher das letzte Mal gewesen, dass ich aus Versehen dann doch…

SA 6.53
SU 19.54
2 Bft aus Nord (Werte Mainz)

Moin,
Hamburg! renne ich draußen rum und staune, wie man an Geliebten aber wirklich alles wundersam finden kann, sogar den Müll auf der Ecke. Ich grüße die Penner, kaufe Brötchen, deren Namen ich nicht kenne, warte , dass das Aspirin endlich wirkt und denke über die Liebe nach. Diese Stadt scheint mir gerade deutlich weniger verschnarcht als Berlin, das sich am frühen Morgen immer so rumwälzt. Irgendwas ist hier anders, irgendwas, denke ich und da höre ich sie und das zieht mir nun echt den Stecker, obwohl der noch gar nicht richtig drin war. Ich höre sie direkt über meinem Kopf, der mir zerspringen möchte und kurz hält alles an- die Möwen. Räudige Stadtkinder zwar, aber: Möwen. Sie sehen mal wieder alle aus, als ob sie Emma hießen und ich schicke all mein Herz mit ihnen und ich werde vernünftig sein, wie immer im falschen Augenblick und ich werde nicht über Elmshorn oder Itzehoe, nein, ich werde RLP würdig auf der gleich folgenden Veranstaltung vertreten und neinneinnein.

ABER
ich schwöre, es wird kommen der Tag , da wird FrauFreitag Zeit haben, hier wichtige Stätten aufzusuchen, die Landungsbrücken mit Zungenküssen bedecken bis sie von der Polizei abgeführt wird. Und dann, wieder in Freiheit, wird sie fahren dahin, nach Norden…und außerdem war das definitiv der letzte Weißwein ihres Lebens gestern.

Was noch angeflogen kommt in meinem kranken Zustand-

SEPTEMBER
von S. Freitag

Im Hof die Ebererschen
von ihm kurz berührt
bleiben sie zurück, errötend.

Ein Gedanke zu „Als Frau Freitag am Morgen“

  1. Hamburg: mit dem HADAG Bügeleisen nach Övelgönne, über den breiten Steg ans Ufer – undeinmal Springflut: viele vergnügte Leute schauen vom Steg aus zu, wie ein Mensch im Anzug, Hosenbeine hochgekrempelt, Schuhe in der Hand, zu seinem Porsche watet: Tür auf, Wasser rein, Mensch rein, mit Bugwelle davonfahren; derweil fangen Feuerwehrler in langen Stiefelhosen einen roten Kleinwagen, der schon sein Heck lüpft, auf der Elbe davonzudümpeln – und ohne Springflut: links abbiegen und je nach Wetter bis zum nächsten Strandkorb auf einen Tee oder bis zum Biergarten (dazwischen Strandperle ist meist zu voll); und dann Schiffe gucken vor Kränen – die richtig großen kommen nicht vor 5

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>