今日は寿司を食べる

Aber zuerst verneigen wir uns mal tief vor Tove Jansson, die heute 100 Jahre alt wird und bedanken uns herzlich für viele schöne Mumin-Vorlese-Stunden und den Zugewinn zu unserem Alltagswortschatz (z. B. „Stirnfransen“, „Schnüferl“ oder gar „Wifsla und Wafsla“ – dabei kann sie ja gar nichts für die Übersetzungen…)

SA 6.07
SU 20.56
2-4 Bft aus SW, in Böen bis 6 (!)

Und wer kam heute früh im Radio? Nicht Rachmaninov selbst, aber sein Präludium cis-Moll, bei dem ich sofort immer an Harpo Marx denken muss oder mich wie im Stummfilm fühle. Wer sucht das aus für Samstag früh um halb 8? Jedenfalls fühle ich mich ein bisschen verfolgt und höre beim Frühstück gleich weiter R. plays Chopin et alt., um das Präludium ausm Kopf zu bekommen – umsonst natürlich.

http://youtu.be/G2gv1kmseTI

Dann werden wir aktiv, mein Sohn und ich. Schleppen den ganzen Elektroschrott, der mich seit Jahren nervend im Müllraum rumsteht, zum Wertstoffhof. Es ist schließlich Samstag. Und allein schon für den Wertstoffhofwart hat sich die Aktion gelohnt. Der sitzt seit Jahren in seinem Büdchen (ich glaube: immer, nicht nur zu den Öffnungszeiten), ist schon immer ungefähr 70, grauer Hausmeisterkittel  und raucht immer den gleichen stinkenden Zigarrenstummel. Der Mund ist schon ganz verformt, oder besser angepasst. Stolz auf seine Tätigkeit ist er auch und wirklich ein Alleinherrscher hier auf dem Gelände. Mach ich jetzt wieder mal öfter, dahin gehen oder fahren…der Job könnte mir auch gefallen…

Um mich fit zu machen für meinen potentiellen nächsten Arbeitsplatz, räum ich gleich mal diverse Schuppen hier auf dem Gelände auf, kehre Spinnweben weg und den ganzen Dreck -merke dabei zu spät, dass ich das Kopftuch der Kolchosbäuerin vergessen habe und bleibe mit dem Schopf in einem extraklebrigen Spider-Netz hängen. Strampel. Am Ende geht alles gut aus und es sieht auch schön aus und ist überhaupt viel besser und die Mülltonne viel voller.

Ums nicht zu übertreiben: Hängematte. Bin ja versehentlich  nochmal in Proulx „Schiffsmeldungen“ geraten, die unter neuen Aspekten noch besser sind als vor langer Zeit (da macht auch ein Hafenmeister mit) und jetzt weiß ich auch wieder, warum ich neulich im Hitzewahn an Neufundländische Fischer gedacht habe. Die sind aus dem Buch gekommen, um mich zu holen. Dös, schaukel, les, gieß.
Schon schön so ein Samstag…wenn nicht alle was wollen.

Der große Plan ist, s. Titel, heute Sushi zu essen.
Dazu ziehe ich zunächst meine schöne japanische Schürze an, die mir meine Sushi-Meisterin einmal aus Japan mitgebracht hat. Kein Witz! Ich besitze ein wunderschöne Halbschürze in Mitternachtsblau mit einem Chysanthemenmuster auf der großen Tasche. Ein Traum. Von einer früheren Schülerin aus Japan, die mir auch noch ein paar Geheimnisse für die Zubereitung verraten hat.  Arigato, Ch.! Dann lege ich mein bestes Messer, das „Schwager-Messer“ vom Schmied himself, bereit.
Was kommt rein? Gurke, Avocado, Karotte, eingelegter Rettich und in Soja-Sauce angebratener Räuchertofu. Wasabi ist vorbereitet, Ingwer steht da, dazu die gute Shoju vom beühmten japanischen Hersteller, man darf hier nicht sparen! Der Reis wurde schon vor Stunden fachgerecht gekocht (diesmal wirklich recht gut gelungen! Noch leicht glasig, ein winziger Rest Biss, schön klebrig ohne irgendwie schleimig zu sein. Ich verstehe, dass die wahren Meister Jahre lernen müssen, bis sie perfekt sind…ich glaube 7 Jahre nur Reis kochen.) Und los gehts:

http://youtu.be/K729GqTf2pk

Die erste Rolle geht traditionell daneben. Ich sehe mich im Kimono vor dem Meister knien und den Kopf auf den Boden stoßen, Ellenbogen zeigen nach außen. So bleiben. Und viele Tage Abbitte leisten für dieses missglückte Stück Alge.  Das nächste klappt aber und auch der Sohn macht sehr schöne Muster ins Maki-Sushi.  Alles wird auf einer großen Platte aufgehäuft und mit Freuden verzehrt, wobei der Wasabi-Wettbewerb dem ganzen die notwendige Schärfe verleiht. Wer schnauft am schönsten? Wer tut am besten so, als wäre nichts? Wem kommt zuerst das grüne kalte Feuer aus den Ohren? Ich würde sagen: Gleichstand. Um das alles auszubatteln spielen wir zum Nachtisch Stadt-Land-Fluss. In dem wir beide unschlagbar sind. Ich war früher absolut unbesiegt (wer mit mir in der Schule war, weiß es noch…), aber dann wird man immer dümmer und jetzt ist der Nachwuchs eine ernste Konkurrenz und ich täusche schon mal Kopfweh vor, um mir keine Blöße geben zu müssen, wenn ich mich schon ein bisschen dämlich fühle. ..

Heute macht noch mit: Hassobjekt (nicht empfehlenswerte Kategorie, man kann hier immer …-lehrer schreiben), Krankheit (ganz schön. Das nächste Mal bitte lateinische Fachausdrücke!), Essen (leicht) und „Berliner U-Bahn-Station„, gleich erweitert auf U-&S-Bahn.

Keine besonderen Vorkommnisse, aber dass mir „Jesundbrunnen“ nicht anerkannt wird, prangere ich an.  Und dass mir bei R weder der Rosa-Luxemburg-Platz noch Rosenthaler-Platz noch Rehberge – sondern nur NÜSCHT eingefallen ist, ist bedenklich. Trotzdem gewonnen wegen Fluss „Havel“ und der Haltestelle „Hauptbahnhof“ zu je 20 Punkten. Ich fürchte aber die Revanche und geh jetzt mal lieber eine Liste der Berliner Haltestellen -alphabetisch geordnet- auswendig lernen…hach, das is aber interessant, schau mal an!

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Berliner_U-Bahnh%C3%B6fe

Manchmal liebe ich das Internet.

2 Gedanken zu „今日は寿司を食べる“

  1. Hi S.,
    weisst Du eigentlich wie der Grüffelo vom Alzheimer Wertstoffhof heisst?
    Recherchier das mal.

    Köstlicher Lesestoff am Morgen unseres 7. Fahrradurlaubtages, an dem es Bindfäden regnet.

    LG
    B., S., P.& A.

    1. B., DU hasts gewusst, hast Du nicht?
      Ansprechpartner: Herr Freitag.
      Aber ich sag ja immer: die Saalemer Freitags habe mit de Määnzer nix ze due!

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