Was man keinesfalls tun sollte

SA richtig früh
SU könnte noch später sein
frische Meeresbrise
(Werte Hamburg)

Weniger als 24 Stunden in Hamburg bleiben.

Nach einer veritablen Odyssee kommt FrauFreitag dort an, aber erstklassig. Was man viel öfter tun sollte: Erster Klasse reisen. Ich bin jetzt in dem Alter. Obwohl – ein Abteil musste ich FLUCHTARTIG verlassen, weil ich vom Parfüm der dort sitzenden Dame Instantkopfweh bekam. Vielleicht war es auch das Juwelenpflegemittel, das so roch. Aber dann war das Reisen auf rotem Plüsch doch ganz angenehm. Gediegen. So konnte ich mich auf einen hanseatischen Abend einstimmen.
Eingecheckt ins Hotel mit dreieckigem Grundriss und einem chicen Hans Albers Poster „Grüße von der Waterkant“ genau vor meiner Tür – und sofort wieder los, die Gastronomie erkunden. Wie jeder echte Matrose hat auch FrauFreitag in jedem Hafen ein Mädel, mit dem es den Abend verbringen kann. Diesmal wird das höherpreisige Segment getestet und für recht anständig befunden, ist es doch die logische Folge einer erstklassigen Reise. Und auch die geistigen Getränke, von denen eindeutig zu viele in einer sehr angenehmen Lokation eingenommen werden, sind besonders fein. Hendrick‘s und Thomas Henry in einem Glase friedlich vereint, und wenn der Barkeeper meint, ich hätte nicht bemerkt, dass im letzten Glas keine Gurkenscheibe mehr war, hat er sich wirklich getäuscht.

Und dann plötzlich schon wieder Morgen und Veranstaltung – ich rollkoffere den Dammtordamm entlang, der wirklich so heißt und das klingt doch wie eine kleine Melodie, wenn auch ein bisschen albern. Der Geruch dieser Stadt am frühen Morgen trifft mich wie ein Herzschlag, das Meer schickt Grüße, Wolken rollen über die Alster, ich fühle die Nähe der Dampfer, auch wenn ich nicht hingehen kann, ans Wasser, wenn man mich wieder einsperrt in Arbeitszusammenhänge (die -jaja- auch wirklich interessant sind…), höre ich Nebelhörner und plattdütsche Rufe sommersprossiger Matrosen und über all dem weht die rote Fahne mit den weißen Wappen der Stadt, die so lange die Stadt meiner Träume war, dass ich schon gar nicht mehr weiß…ja, ist schon gut.

Getagt wird in einem schönen alten Bau an der „Esplanade“ – und da macht mich ja auch der Name allein schon schwach. Der Bau aber erst recht, es gibt herrliche Säle mit schönen Namen wie „Gartensaal“ oder „Jugenstilsaal“, Kronleuchter und alte Holzvertäfelung und trauliche Arbeitsgespräche auf zierlichen Biedermeier-Sofas. Mein neues Leben glitzert wie Swarovski-Kristalle. Man sollte viel öfter. Aber wirklich länger.
Denn als ich nach nur etwa 22 Stunden wieder losfahre und die roten Gebäude hinter mir lasse- die Kräne ragen wie immer wahnsinnig aufregend in den tiefen Wolkenhimmel- da bleibt wieder ein klitzekleines Fitzelchen von mir da und ich muss mich ins Summen von HansAlbersMelodien retten.

Aber eins ist doch prima: in 2 Wochen ist schon der nächste Termin. Wo? Genau. Und da mach ich ganz sicher die Hafenrundfahrt. Aber die große!

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