Wie der Wochentag

SA 5.17
SU 21.36
2 Bft aus Südost

Jetzt ist es amtlich und wahnsinnig aufregend.

Gestern war der ersehnte Brief da. Das amtliche Urteil. Mit vielen Stempeln und Unterschriften und „für Ihre Unterlagen“.
Also FrauFreitag© heute früh in die weißen Sachen gestiegen und ab zum Standesamt. Das Standesamt meiner Stadt ist ein sehr schönes Gebäude aus der Vorkriegszeit. Es gibt einen Paternoster drinnen, der aber aus unerfindlichen Gründen nie fährt. Und ein phantastisches Treppenhaus ist auch da. Ich bleibe aber im Erdgeschoss, Abteilung Namensänderung, Zimmer 11.
Schlag 8.30 poche ich an die Tür und man lässt mich ein. Ich habe alles dabei, was man braucht und alles geht prima. Der Beamte erweist sich nicht nur als kompetent sondern auch als ganz humorvoll. Draußen sitzen die, die die Ehe begehren. Aufgebote gibts ja nicht mehr, habe ich gehört. Die sind ganz hibbelig und wohlgemut, ich auch. Aber ich sag nichts. Die jungen Leute sollen mal selbst ihre Erfahrungen machen. So wie ich und Toni Buddenbrock. Wir haben das Leben kennengelernt und sind keine Gänse mehr.
In Zimmer 11 wird aufgeklärt und ausgefüllt und eingetippt und übertragen und hingewiesen und dann endlich gestempelt und nicht zuletzt werden Kosten erhoben (30 EUR). Und dann kommts. Ich soll unterschreiben. Der Kugelschreiber zögert leicht, genau wie am Hochzeitstag. Ich muss lachen. Und schreibe, deutlich lesbar, aber mit Schwung, meine Unterschrift.
FrauFreitag.
Geht doch. Gelernt ist eben gelernt. Jauchzen steigt in mir auf, ich möchte Sektflaschen entkorken und anstoßen mit allen, die mir lieb und teuer sind. Nomen est nun mal omen. Und heute ist Freitag. Und das ist NICHT inszeniert.
Ab jetzt werden keine Doras und Gustavs und Nordpole  mehr benötigt, jetzt sage ich auf Nachfragen wieder schlicht wie einstmals: „wie der Wochentag“. Phantastisch. Danke, Mama und Papa! Danke für diesen schönen Namen!

Mit meiner Bescheinigung nach §46 PStV rüber ins Bürgeramt. Das Bürgeramt meiner Stadt ist ein sehr schönes Gebäude aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ein schönes Treppenhaus -auch mit Schwung- bleibt erneut ungenutzt und ich ziehe im Erdgeschoss meine Nummer (397). Warte ein bisschen. Bin dran, Schalter 6. Diese Beamtin hier mit dem blonden Nest auf dem Kopfe  erweist sich hinwiederum als weniger kompetent und komplett humorlos. Was mich wiederum richtig amüsiert. Irgendwie kriegen wirs aber hin miteinander und sie versteht, was ich will und dass alles voll korrekt ist so. Und bald gibts dann auch nen neuen Ausweis (Pflicht!). Kosten belaufen sich auf 26 EUR.
Jetzt nur noch alle informieren (HAHA) und allet schick.
Und weil grade alles so gut läuft, mach ich eben auch noch nen Urlaub und ne neue Wohnung klar…es ist schließlich Freitag.
Wie der Wochentag.

3 Gedanken zu „Wie der Wochentag“

  1. Hallo liebe Frau Freitag!

    Gratulation zu diesem Schritt.
    Jeder Euro ist die Sache wert.
    Ich kann mich an dieses erhebende Gefühl erinnern. Es macht die Sache komplett.
    Grüße aus dem entfernten Kanada.
    Fra Bähr, wie das Tier mit h in der Mitte; -)

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