Amca Wanja

SA 5.31
SU 20.35
3 Bft aus Südost
(Werte Berlin)

 

FrauFreitag war in Berlin und wollte auch mal wieder in #Kultur machen. Drum wurden flugs noch 2 Restkarten gekauft, und zwar obgleich Mai
(Mist, das poppt in meinem Gehirn auf und muss mit hier rein!
https://youtu.be/T930RZxoY4U, es geht leider nicht anders)
also [summend] obgleich Mai und überall Blütenpracht und volle Dolden und Vogelgezwitscher nicht für den Kirschgarten, sondern für Onkel Wanja. Falls jemand eben nochmal nachlesen möchte, was ich DRINGEND empfehle:
http://gutenberg.spiegel.de/buch/onkel-wanja-3981/1

Primärtext. Immer wieder eine gute Sache.
Ich hatte ein bisschen Angst, tatsächlich. Zum einen haben sie im Gorki-Theater, einer der Orte von Liebe auf den ersten Blick für mich, vor einiger Zeit/Jahren nicht nur das reizende kleine Buffet auf die andere Seite geräumt, was ich an dieser Stelle anprangern möche, nein, viel schlimmer wurde darüberhinaus das R in GoRki umgedeht, um dem ganzen diesen dumpfplumpen Russenhipsterimpressionchic zu geben. Ich kann dit nich ab. Ich bin ExSlavistin. Ich kann so nicht arbeiten. Und die Bilder auf der InternetSeite sind sehr bunt. Und all das zusammengenommen hat mir Angst gemacht, dass man mir vielleicht den lieben Wanja kaputtinszenieren könnte. Mal am Rande: ich sah ihn mal auf Russisch. In Moskau. Im Kleinen Theater. In Originalkostümen…[bescheidenes Abwinken].

Wir also hin. Im Premierenkleid. Logenplatz. Hach, was für ein schönes Theater, und an das falschgeparkte Buffet kann ich mich zur Not gewöhnen. Und dann gings los mit türkischen Liedern, aber warum nicht, die waren ganz schön und Migration ist ja DAS Thema der Zeit.
Zeitlos hingegen die Themen Tschechovs. Ich bedaure es zutiefst, diesen Mann nicht zu meinen guten Bekannten zählen zu können. 1896 Uraufführung, die Themen genau so wichtig wie einst.
Das Leben, wie können wir es leben? Und die Liebe? Die Hoffnung? Die Kunst? Die Arbeit?
Ich habe mir die bereits erschienen Kritiken durchgelesen.  Theaterkritiker habe ich noch keine_n getroffen, den/die ich gerne zu meinen guten Bekannten zählen würde.

Ich ignoriere deren Meinungen großmütig. Ich hatte einen guten Abend. Die Schauspieler haben gespielt. Haben ihren Wanja, ihre Sonja, ihren Astov gezeigt.  Es war bewegend, komisch, albern, rührend, witzig und ein bisschen übertrieben. Genau wie das Leben. Ich glaube, Anton Pavlowitsch hätte es gefallen. Und mir auch.

 

 

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